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Erschienen in: Pädiatrie & Pädologie 1/2019

06.05.2019 | Leitthema

Berufspflicht zur Kooperation versus Datenschutz

verfasst von: Mag. Tanja Pfleger

Erschienen in: Pädiatrie & Pädologie | Sonderheft 1/2019

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Zusammenfassung

Auf den ersten Blick scheinen die Berufspflicht zur Kooperation und der seit Ende Mai 2018 verschärfte Datenschutz in einem Spannungsverhältnis zu stehen. Die Stoßrichtung des Datenschutzregimes ist, Daten von Personen grundsätzlich nur zu verarbeiten, wenn ein gültiger Erlaubnistatbestand vorliegt und – selbst dann – nur im geringstmöglichen Umfang sowohl in quantitativer als auch zeitlicher Hinsicht. Insbesondere muss auch die Weitergabe von personenbezogenen Daten, die bei vielen Kooperationsformen vorkommt, legitimiert sein. Der europäische Gesetzgeber hat für Datenverarbeitungen im Behandlungskontext einen speziellen Erlaubnistatbestand geschaffen. Jedoch ist - nicht zuletzt aufgrund der fehlenden Rechtsprechung - unklar, ob und, falls ja, inwieweit auch Datenverarbeitungen im Rahmen von Kooperationen mit Berufskollegen und anderen Dritten von dieser Rechtsgrundlage umfasst sind. Der Beitrag untersucht diese Fragestellung.
Fußnoten
1
Zuletzt z. B. im Primärversorgungsgesetz.
 
2
OGH RS0121415. Näheres zur ärztlichen Haftung: Aigner, Kletečka, Kletečka-Pulker, Memmer, Handbuch Medizinrecht, Kap II.1 (Stand März 2015, rdb.at).
 
3
Zu den Durchbrechungstatbeständen s. Kletečka-Pulker in Aigner, Kletečka, Kletečka-Pulker, Memmer, Handbuch Medizinrecht, Kap I.6.10 (Stand März 2015, rdb.at).
 
4
Kletečka-Pulker in Aigner, Kletečka, Kletečka-Pulker, Memmer, Handbuch Medizinrecht, Kap I.6.1.3 (Stand März 2015, rdb.at).
 
5
Das ist jene Person, die über die Zwecke und Mittel der Verarbeitung entscheidet.
 
6
Der Verantwortliche hat – unabhängig von der Rechtsgrundlage seiner Datenverarbeitung – zahlreiche Pflichten in Bezug auf die Verarbeitung, die betroffenen Personen und die Datensicherheit bzw. den Umgang mit Datenschutzverletzungen einzuhalten.
 
7
Pilgermair (2017) Auswirkungen der Datenschutz-Grundverordnung auf den Gesundheits- und Sozialbereich (Teil III), ÖZPR 2017/96, S. 97.
 
8
Kastelitz, Hötzendorfer, Tschohl in Knyrim (Hrsg.) Der DatKomm – Praxiskommentar zum Datenschutzrecht – DSGVO und DSG (2018) Art. 9 Rz 51 ff.; Weichert in Kühling und Buchner (Hrsg.) Datenschutz-Grundverordnung/BDSG Kommentar (2018) Art. 9 DS-GVO Rz 92 ff.
 
9
Im Zuge der Novellierungen wurden noch weitere Präzisierungen, insbesondere zu den Rechten von betroffenen Personen sowie zu allfälligen Forschungstätigkeiten, vorgenommen, auf die aufgrund des abgesteckten Themengebiets und der nicht in unmittelbaren Zusammenhang stehenden Fragen nicht weiter eingegangen werden.
 
10
Zum Behandlungsbegriff s. Weichert in Kühling/Buchner (Hrsg.) Datenschutz-Grundverordnung/BDSG Kommentar (2018) Art. 9 DS-GVO Rz 101 ff.
 
11
Anders zu beurteilen wäre z. B. der Fall, in dem eine private Krankenversicherung Auskunft über Daten eines Behandelten fordert. Hier ist eine ausdrückliche datenschutzrechtliche Einwilligung notwendig sowie eine Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht.
 
12
Kastelitz, Hötzendorfer, Tschohl in Knyrim (Hrsg.) Der DatKomm – Praxiskommentar zum Datenschutzrecht – DSGVO und DSG (2018) Art. 9 Rz 51.
 
13
Kastelitz, Hötzendorfer, Tschohl in Knyrim (Hrsg.) Der DatKomm – Praxiskommentar zum Datenschutzrecht – DSGVO und DSG (2018) Art. 9 Rz 31 ff.; Weichert in Kühling und Buchner (Hrsg.) Datenschutz-Grundverordnung/BDSG Kommentar (2018) Art. 9 DS-GVO Rz 47 ff.
 
14
Privado (2017) Aufklärung und Einwilligung von Minderjährigen in medizinische Behandlungen, S. 60 f.
 
15
Kühling und Buchner (Hrsg) Datenschutz-Grundverordnung/BDSG Kommentar (2018) Art 9 DS-GVO Rz 47 ff.
 
16
Privado (2017) Aufklärung und Einwilligung von Minderjährigen in medizinische Behandlungen, S. 56 ff.; Kerschner (2013) Behandlungsverträge bei minderjährigen Patienten, RdM 2013/138, S. 214 ff.
 
Metadaten
Titel
Berufspflicht zur Kooperation versus Datenschutz
verfasst von
Mag. Tanja Pfleger
Publikationsdatum
06.05.2019
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Pädiatrie & Pädologie / Ausgabe Sonderheft 1/2019
Print ISSN: 0030-9338
Elektronische ISSN: 1613-7558
DOI
https://doi.org/10.1007/s00608-019-0677-7