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14.10.2020 | Intensivmedizin | Ausgabe 5/2020

Wiener klinisches Magazin 5/2020

Belastungen für Patienten auf der Intensivstation

Eine Analyse unter Berücksichtigung der Kontrollierbarkeit

Zeitschrift:
Wiener klinisches Magazin > Ausgabe 5/2020
Autoren:
Marlene Reinberger, Dr. Ralf Bouchard, Prof. Dr. Elke Muhl, Carla Nau, Prof. Dr. Michael Hüppe
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag wurde in der Zeitschrift Der Anaesthesist 8 · 2020; 69:555–564. https://​doi.​org/​10.​1007/​s00101-020-00798-3 erstpubliziert. Zweitpublikation mit freundlicher Genehmigung der Autoren.

Zusammenfassung

Fragestellung

Es existieren bislang keine Untersuchungen zu Belastungen für Patienten der Intensivstation, die sowohl das Belastungsempfinden als auch die erlebte Kontrollierbarkeit erfassen. Mit dieser Untersuchung sollten die Fragen beantwortet werden, welche Situationen von Patienten der Intensivstation als belastend erlebt werden, ob diese aus Patientensicht kontrollierbar sind, und ob das Belastungserleben von der Kontrollierbarkeit abhängig ist.

Material und Methoden

Es wurde ein Fragebogen zu 18 potenziell belastenden Situationen für Patienten der Intensivstation konzipiert. Diese sollten hinsichtlich ihres Vorkommens, der Wiederholungshäufigkeit, der Belastung und des Kontrollempfindens beurteilt werden. 198 Patienten der chirurgischen Intensivstation und 100 Patienten der allgemeinchirurgischen Normalstation wurden während ihres stationären Aufenthalts befragt.

Ergebnisse

Patienten der Intensivstation erinnerten signifikant mehr Belastungssituationen als die der Normalstation (M ± SD = 10,2 ± 2,7 vs. 6,6 ± 2,0; d = 1,48; p < 0,001) und empfanden diese als belastender (mittlere Belastung: M ± SD = 3,6 ± 1,5 vs. 2,2 ± 1,3; d = 1,01; p < 0,001). Die belastendsten Situationen für intensivpflichtige Patienten waren „Fixierung der Arme“ (M ± SD = 7,47 ± 3,27), „maschinelle Beatmung“ (M ± SD = 7,36 ± 3,29) und „endotracheales Absaugen“ (M ± SD = 7,19 ± 2,99). Je weniger Kontrollierbarkeit von Patienten der Intensivstation erlebt wurde, umso ausgeprägter waren die aktuelle Angst zum Befragungszeitpunkt und das mittlere Belastungsempfinden (r = −0,20, r = −0,36; p < 0,01).

Schlussfolgerung

Erlebter Kontrollverlust steht in deutlicher Beziehung zum Ausmaß der Belastung, die intensivpflichtige Patienten erfahren. Dies ermöglicht Überlegungen zur Reduktion der Belastung auf Intensivstationen.

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Literatur
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