Zum Inhalt

Antibiotikaprophylaxe – Update 2025

  • Open Access
  • 22.10.2025
  • Originalie
Erschienen in:

Zusammenfassung

Die antibiotische Prophylaxe ist aus dem klinischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Diese besteht aus der präzisen kurzzeitigen Gabe von Antibiotika in Risikokonstellationen zur Verhinderung einer Infektion oder aber zur Terminierung von Infektionsgeschehen. Im folgenden Artikel wird die antibiotische Chemoprophylaxe im perioperativen Kontext sowie im periinterventionellen Setting bei Hochrisikopatient:innen der infektiösen Endokarditis beleuchtet. Weiters werden die prophylaktischen Konzepte bei Meningitiserregern und Pertussis abgehandelt. Zuletzt widmet sich dieser Artikel dem Thema der Verhinderung von sexuell übertragbaren Krankheiten beim Risikopatient:innen mittels antibiotischer Prophylaxe.
QR-Code scannen & Beitrag online lesen

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Der Begriff Prophylaxe umfasst per Definition sämtliche Maßnahmen, die der Verhinderung gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch exogene Noxen dienen. Innerhalb dieses Konzeptes stellt die antibiotische Prophylaxe zwar einen vergleichsweise kleinen, jedoch keineswegs vernachlässigbaren Stellenwert zur Verhütung von Infektionserkrankungen dar.
Es gilt, Prophylaxe von der Therapie (antimikrobielle Therapie von symptomatischen Infektionen und/oder nach erfolgtem Erregernachweis) zu unterscheiden. Diese Differenzierung ist zentral, um die besonderen Anforderungen an Antibiotika, die im prophylaktischen Kontext zur Anwendung kommen, zu verstehen. Eine entsprechende Nutzen-Risiko-Bewertung sollte jeder Entscheidung zu Grunde liegen. Eine gerechtfertigte Indikation zur antibiotischen Prophylaxe erfordert eine sorgfältige Bewertung der zu verhindernden Infektion hinsichtlich ihrer Inzidenz, potenziellen Schwere der Erkrankung sowie der Wirksamkeit und des Nebenwirkungsprofils des eingesetzten Antibiotikums.
Trotz ihrer untergeordneten quantitativen Bedeutung im Vergleich zur therapeutischen Anwendung antimikrobieller Substanzen, hat sich die antibiotische Prophylaxe in verschiedenen medizinischen Bereichen etabliert. Besonders hervorzuheben ist ihr Einsatz im Rahmen perioperativer Prophylaxestrategien in der Chirurgie. Weitere Indikationen betreffen Situationen nach einer direkten Exposition gegenüber potenziell (hoch) pathogenen Erregern sowie bei Patient:innen mit schwerem Trauma – wobei die Grenze zur empirischen Therapie hier nicht immer klar trennbar ist.
Eine entsprechende Nutzen-Risiko-Bewertung sollte jeder Entscheidung zu Grunde liegen
In diesem Artikel wird auf die prophylaktische Gabe von antibiotischen Substanzen für ausgewählte bakterielle Infektionserkrankungen eingegangen. Weitere präventive Maßnahmen – etwa Hygienestrategien oder immunprophylaktische Ansätze (z. B. Impfungen) – werden nur am Rande berücksichtigt.

Perioperative Prophylaxe

Die perioperative Antibiotikaprophylaxe (PAP) stellt eine zentrale Maßnahme in der Prävention postoperativer Wundinfektionen dar. Wie bereits in der Einleitung dargelegt, entfaltet die PAP ihre maximale Wirksamkeit jedoch nur im Rahmen eines multimodalen Infektionspräventionskonzeptes. Hierzu zählen neben der Antibiotikagabe grundlegende Hygienemaßnahmen, chirurgische Technik, Sterilisationsverfahren, adäquate Lüftungs- und Raumhygiene, die sorgfältige präoperative Vorbereitung des Operationsfeldes sowie das perioperative Management patientenbezogener Risikofaktoren beispielsweise hinsichtlich glykämischer Kontrolle.
Patientenindividuelle Merkmale wie extremes Lebensalter, Mangel- oder Fehlernährung, Immunsuppression, Nikotinabusus sowie präexistente Infektionen im Operationsgebiet erhöhen das Risiko für eine postoperative Wundinfektion signifikant [1]. Aus dem Zusammenspiel dieser Risikofaktoren ergibt sich ein individuelles Infektionsrisiko, das – gemeinsam mit dem potenziellen klinischen Schweregrad einer Infektion – als Grundlage für die Indikationsstellung zur PAP dient [1].
Bei der Auswahl des korrekten Antibiotikums für die PAP gilt es, sowohl die Art des Eingriffes als auch das damit einhergehende zu erwartende Erregerspektrum, das Wirkspektrum des Antibiotikums sowie die potenziellen Nebenwirkungen und Arzneimittelinteraktionen des Antibiotikums zu beachten.
Entscheidend ist, dass beim Hautschnitt ausreichend hohe Wirkstoffkonzentrationen vorliegen
Für eine maximale Wirksamkeit der PAP ist entscheidend, dass zum Zeitpunkt des Hautschnitts ausreichend hohe Wirkstoffkonzentrationen im Zielgewebe vorliegen. Dies setzt sowohl eine angemessene Dosierung als auch einen adäquat getimten Applikationszeitpunkt voraus. Die Wahl der Substanz sollte ein möglichst günstiges Nebenwirkungsprofil aufweisen, die Applikationsdauer auf das erforderliche Minimum beschränkt bleiben. Ein potenzieller mikrobieller Kollateralschaden lässt sich durch die Verwendung von Antibiotika mit möglichst gezieltem Spektrum und einer möglichst kurzen Expositionszeit reduzieren.
Die Auswahl des Antibiotikums erfolgt auf Basis des Operationsgebietes, der lokalen mikrobiologischen Epidemiologie sowie patientenspezifischer Faktoren wie Kolonisationsstatus oder vorangegangener Antibiotikatherapien. Epidemiologisch gesehen sind postoperative Wundinfektionen am häufigsten durch grampositive Erreger verursacht, insbesondere durch Staphylococcus aureus. Daraus ergibt sich die breite Empfehlung zur Verwendung von Cephalosporinen der ersten oder zweiten Generation in der PAP (z. B. Cefazolin, Cefuroxim). Bei Eingriffen, die ein erhöhtes Risiko für Infektionen aus dem gramnegativen und/oder anaeroben Bereich mit sich bringen (insbesondere urologische oder gynäkologische Eingriffe), bedarf es einer PAP, welche auch diese Erreger – z. B. Enterobacterales-Vertreter wie E. coli, Enterobacter spp., Klebsiella (spp.) sicher erfasst. Eine detaillierte Darstellung und Empfehlungen zur PAP basierend auf der Art des Eingriffs sowie individueller Patientenfaktoren kann der aktuellen S3-Leitlinie entnommen werden [1].
Der bevorzugte Applikationsweg für eine PAP ist intravenös. Dieser erlaubt eine rasche und zuverlässige Wirkstoffspiegelbildung sowie eine gute Steuerbarkeit. Hinsichtlich des Zeitpunkts der Erstgabe gilt ein Fenster von 30–60min vor Hautschnitt als optimal [2]. Eine Ausnahme bilden Antibiotika mit längerer Infusionsdauer, wie Vancomycin oder Fluorchinolone, bei denen eine Gabe innerhalb von 120min vor Inzision empfohlen wird. Wiederholte Gaben sind bei intraoperativem Blutverlust > 1,5 l oder Operationszeiten von mehr als zwei Halbwertszeiten des verwendeten Antibiotikums notwendig [1].
Die Fortführung der Antibiotikagabe über das Ende der Operation hinaus ist in der klinischen Praxis weit verbreitet, obwohl die Evidenzlage hierfür, bis auf wenige Ausnahmen, keine Vorteile zeigt. Vielmehr ist eine verlängerte Prophylaxe mit einem erhöhten Risiko mit unerwünschten Wirkungen assoziiert. Darunter Infektionen mit Clostridioides difficile sowie die Selektion multiresistenter Erreger [3].

Endokarditisprophylaxe

Die infektiöse Endokarditis (IE) beschreibt eine meist bakterielle Entzündung des Endokards, bei der insbesondere vorgeschädigte Herzklappen oder intrakardiale Fremdmaterialien betroffen sind. Die Erkrankung entsteht typischerweise durch das Zusammenspiel zweier Faktoren: einerseits einer transienten Bakteriämie mit einem pathogenen Erreger, andererseits einer prädisponierten kardialen Struktur, an der sich die Erreger anlagern und vermehren können. Das linke Herz mit seinen höheren hämodynamischen Scherkräften ist dabei grundsätzlich am häufigsten betroffen.
Das Konzept der antibiotischen Endokarditisprophylaxe besteht darin, bei Personen mit einem erhöhten Risiko für eine IE in Situationen mit erwartbarer Bakteriämie – etwa bei invasiven medizinischen Eingriffen – durch gezielte Antibiotikagabe die mikrobielle Last zu reduzieren und damit eine Endokarditis zu verhindern. Obwohl die Evidenz aus randomisiert-kontrollierten Studien (RCT) begrenzt ist, hat sich in den letzten Jahren der Eindruck verfestigt, dass Hochrisikopatient:innen von einer Prophylaxe profitieren [4].
Die aktuellen Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) aus dem Jahr 2023 empfehlen eine antibiotische Prophylaxe für Patient:innen mit besonders hohem Risiko, etwa nach durchgemachter infektiöser Endokarditis, bei Vorliegen chirurgischer oder katheterbasierter Klappenprothesen, nach bestimmten septalen Verschlussverfahren oder bei komplexen angeborenen Herzfehlern mit prothetischem Material. Für Patientengruppen mit mittlerem Risiko – wie etwa bei hypertropher Kardiomyopathie oder Klappenvitien – wird hingegen eine individuelle Risikobewertung anstelle einer generellen Prophylaxe empfohlen [4].
Die stärkste Evidenz für den Nutzen einer antibiotischen Endokarditisprophylaxe liegt im Kontext zahnärztlicher Eingriffe vor. Insbesondere bei solchen, die eine Manipulation des Zahnfleischs, der periapikalen Strukturen oder eine Perforation der Mundschleimhaut beinhalten. In diesen Situationen kommt es häufig zu einer bakteriellen Streuung, vor allem mit oralen Streptokokken [5]. Als Standardpräparat gilt hierbei Amoxicillin in einer Einmaldosis von 2 g oral 30–60 min vor dem Eingriff. Alternativen stehen bei Penicillinallergie zur Verfügung (z. B. Doxycyclin oder Azithromycin).
In den letzten Jahren hat sich das mikrobiologische Bild der IE jedoch gewandelt. Während Streptokokken früher dominierten, nehmen Staphylokokken und Enterokokken – insbesondere im Zusammenhang mit implantierbaren kardialen Devices und einer alternden Bevölkerung – einen immer größeren Stellenwert ein [6]. Ob diese veränderte Ätiologie künftig eine Neubewertung der antibiotischen Prophylaxestrategien erfordert, bleibt derzeit offen. Auch bleibt unklar, ob eine gezielte Prophylaxe gegen Staphylococcus aureus etwa bei anderen medizinischen oder chirurgischen Eingriffen sinnvoll sein könnte. Zwar deuten Registerdaten aus Schweden und Großbritannien auf einen zeitlichen Zusammenhang zwischen bestimmten nichtdentalen Prozeduren und der Diagnose einer IE hin, doch fehlt bislang die notwendige Evidenz, um daraus klare Handlungsempfehlungen abzuleiten [7]. Die ESC hat jedoch die bis dato bestehende Empfehlung gegen eine antibiotische Prophylaxe bei nichtdentalen Eingriffen in den aktuellen Leitlinien aufgegeben und ermöglicht nun in ausgewählten Fällen eine Prophylaxe mit einer IIb-Empfehlung („May be considered“).
Die antibiotische Prophylaxe der Endokarditis bleibt ein selektiv anzuwendendes Instrument, das bei Patient:innen mit klar definiertem Hochrisikoprofil in spezifischen Situationen – vor allem bei zahnärztlichen Eingriffen – gerechtfertigt ist. Für Patientengruppen mit intermediärem Risiko oder bei anderen medizinischen Prozeduren sollte eine Entscheidung individuell getroffen werden, unter Berücksichtigung des Risikoprofils und der Eingriffsart. Der Wandel der IE-Epidemiologie wirft neue Fragen auf, die künftige Forschung adressieren muss, insbesondere im Hinblick auf andere Erregerspektren, moderne kardiologische Implantattherapien und sich wandelnde Patientencharakteristika.

Meningitis

Einige bakterielle Meningitiserreger wie Neisseria meningitidis und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) können durch engen Kontakt über oropharyngeale Sekrete übertragen werden, insbesondere wenn der Kontakt mit Erkrankten oder asymptomatisch Kolonisierten erfolgt. Dies gilt nicht für alle Erreger: Bei Streptococcus pneumoniae wird eine generelle Chemoprophylaxe für Kontaktpersonen nicht empfohlen, da hier das Risiko einer sekundären Erkrankung als gering eingestuft wird [810].
Das höchste Risiko für eine sekundäre Meningokokkeninfektion findet sich bei Haushaltskontakten. Studien zeigen, dass deren Erkrankungswahrscheinlichkeit im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um ein Vielfaches – teils 500- bis 800-fach – erhöht ist [11, 12]. Eine antibiotische Prophylaxe wird für alle Personen mit engem Kontakt, unabhängig vom Impfstatus, empfohlen. Die Chemoprophylaxe sollte ehestmöglich, spätestens jedoch innerhalb von 10–14 Tagen (je nach Literatur) erfolgen [10, 13]. Die eingesetzten Wirkstoffe Rifampicin, Ceftriaxon, Ciprofloxacin oder Azithromycin zeichnen sich durch ihre hohe Effektivität in der Eradikation von Meningokokken aus dem Nasopharynx aus. Rifampicin gilt als Mittel der Wahl bei Kindern, während bei Schwangeren bevorzugt Ceftriaxon eingesetzt wird. Eine detaillierte Aufschlüsselung kann Tab. 1 entnommen werden. Die frühzeitige Chemoprophylaxe senkt das Risiko einer invasiven Meningokokkenerkrankung deutlich, jedoch konnte bei Haushaltskontakten, oder Kontakten mit haushaltsähnlichem Charakter eine prolongierte Anfälligkeit diesbezüglich festgestellt werden. Daher empfiehlt sich im Falle eines impfpräventablen Serotyps eine zeitnahe ergänzende Impfung. Nach erfolgter Prophylaxe kann davon ausgegangen werden, dass die betreffende Kontaktperson spätestens 24 h nach Einnahme nicht mehr infektiös ist.
Tab. 1
PEP bei Kontakt zu Meningokokkenpatient nach Empfehlungen des Robert-Koch Instituts
Antibiotikum°
Personengruppe
Dosierung
Rifampicin p.o. (Mittel der Wahl bei Kindern)
Neugeborene (1. Lebensmonat)
5 mg/kg alle 12 h für 2 Tage
Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis 60 kg
10 mg/kg alle 12 h für 2 Tage
Jugendliche und Erwachsene ab 60 kg
600 mg alle 12 h für 2 Tage
Ciprofloxacin p.o.
Erwachsene
1 × 500 mg
Ceftriaxon i.m. (Mittel der Wahl für Schwangere)
Kinder bis 12 Jahre
1 × 125 mg
Erwachsene und Kinder ≥ 12 Jahre
1 × 250 mg
Azithromycin p.o.* (Alternative)
Erwachsene
1 × 500 mg
°PEP-Etablierung so früh wie möglich bis maximal 10 Tage nach Exposition
*geringere Erfahrungen als mit anderen Substanzen, sollte nur in ausgewählten Fällen eingesetzt werden
Eine antibiotische Prophylaxe wird allen engen Kontaktpersonen unabhängig vom Impfstatus empfohlen
Bei einzelnen Fällen invasiver Hib-Infektionen wird eine Chemoprophylaxe für alle Haushaltsmitglieder ab einem Alter von mindestens einem Monat empfohlen, die engen (face-to-face) Kontakt zu dem Erkrankten hatten. Dies gilt insbesondere, wenn im Haushalt ungeimpfte oder unzureichend geimpfte Kinder unter fünf Jahren oder Personen mit relevanter Immundefizienz bzw. Immunsuppression leben. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Weiterverbreitung der Infektion in besonders gefährdeten Gruppen zu verhindern. Darüber hinaus sollten auch ungeimpfte Kinder unter fünf Jahren, die in Gemeinschaftseinrichtungen engen Kontakt zu einer Person mit invasiver Hib-Infektion hatten, eine Chemoprophylaxe erhalten. Die prophylaktische Behandlung sollte möglichst frühzeitig, spätestens innerhalb einer Woche nach Kontakt erfolgen. Rifampicin wird in diesen Fällen bevorzugt eingesetzt, alternativ kann auch Ceftriaxon in Erwägung gezogen werden. Nach abgeschlossener Prophylaxe ist das Ansteckungsrisiko in der Regel nach spätestens 48 h nicht mehr relevant [14].
Für andere potenzielle Erreger einer bakteriellen Meningitis ist eine postexpositionelle Prophylaxe nicht vorgesehen. So besteht bei Pneumokokken-bedingten Meningitiden keine Evidenz für ein erhöhtes Risiko für enge Kontaktpersonen, ebenso wenig bei Listerien, wo üblicherweise keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung stattfindet.

Pertussis

Der wichtigste Erreger des Keuchhustens ist Bordetella pertussis, wenngleich auch B. parapertussis und B. holmesii ähnliche klinische Bilder hervorrufen können. Aufgrund der hohen Kontagiosität dieser bakteriellen Atemwegserkrankung spielt die antibiotische Chemoprophylaxe eine zentrale Rolle in der Unterbrechung von Infektionsketten – insbesondere bei Nachweis eines bestätigten Falls im Umfeld vulnerabler Personengruppen.
Ein prophylaktischer Antibiotikaeinsatz ist vor allem dann angezeigt, wenn Kontakt zu besonders gefährdeten Personen besteht, etwa zu ungeimpften Säuglingen, Schwangeren im letzten Schwangerschaftsdrittel, immunsupprimierten Personen oder Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen. Dabei gilt die Empfehlung unabhängig vom Impfstatus, da auch geimpfte Personen – insbesondere bei engem Kontakt im Rahmen eines Ausbruchs – erkranken und zur Weiterverbreitung beitragen können.
Die medikamentöse Prophylaxe orientiert sich an der Therapie einer manifesten Pertussis und wird bevorzugt mit Makroliden durchgeführt. Eine detaillierte Aufschlüsselung der aktuellen Empfehlungen bietet Tab. 2. Ziel ist es, nicht nur die individuelle Krankheitsverhinderung bei exponierten Kontaktpersonen zu ermöglichen, sondern auch das gesamtgesellschaftliche Infektionsgeschehen einzudämmen [15]. Eine retrospektive Studie aus Spanien zeigte, dass eine Chemoprophylaxe mit Azithromycin, wenn sie innerhalb von 21 Tagen nach Exposition begonnen wurde, die Erkrankungsrate um etwa 44 % senken konnte. Besonders effektiv war die Prophylaxe innerhalb der ersten 14 Tage nach Kontakt [16].
Tab. 2
PEP bei Kontakt zu Pertussispatient nach Empfehlungen des Robert-Koch Instituts
Personengruppe
Therapie*
Azithromycin (bevorzugt)
Clarythromycin
Erythromycin-Estolat
TMP-SMX (Alternative)
Ungeimpfte enge Kontaktpersonen
500 mg in 1 Dosis am Tag 1; 250 mg an Tagen 2–5
1 g/d in 2 Dosen für 7 Tage
2 g/d in 2 Dosen für 14 Tage
TMP: 320 mg/d, SMX 1600 mg/d in 2 Dosen für 14 Tage
Säuglinge < 12 Monate
< 1 Monate
10 mg/kgKG/d in 1 Dosis für 5 Tage
Nicht empfohlen
40 mg/kgKG/d in 2 Dosen für 14 Tage
Kontraindiziert unter 2 Monaten
1–6 Monate
10 mg/kgKG/d in 1 Dosis für 5 Tage
15 mg/kgKG/d in 2 Dosen für 7 Tage
40 mg/kgKG/d in 2 Dosen für 14 Tage
Kontraindiziert unter 2 Monaten
Für Kinder im Alter > 2 Monate: TMP: 8 mg/kgKG/d, SMX 40 mg/kgKG/d in 2 Dosen für 14 Tage
> 6 Monate, Kleinkinder, Kinder
10 mg/kgKG in 1 Dosis am Tag 1; 5 mg/kgKG/d an Tagen 2–5 (max.: 500 mg)
15 mg/kgKG/d in 2 Dosen für 7 Tage (max. 1 g/d)
40 mg/kgKG/d (max. 2 g/d) in 2 Dosen für 14 Tage
TMP: 8 mg/kgKG/d, SMX 40 mg/kgKG/d in 2 Dosen für 14 Tage
Schwangere im 3. Trimenon
500 mg in 1 Dosis am Tag 1; 250 mg an Tagen 2–5
1 g/d in 2 Dosen für 7 Tage
2 g/d in 2 Dosen für 14 Tage
Kontraindiziert
Kontakt zu Risikopatienten° (z. B. Neugeborene, Immunsupprimierte, chronisch Erkrankte)
500 mg in 1 Dosis am Tag 1; 250 mg an Tagen 2–5
1 g/d in 2 Dosen für 7 Tage
2 g/d in 2 Dosen für 14 Tage
TMP: 320 mg/d, SMX 1600 mg/d in 2 Dosen für 14 Tage
TMP-SMX Trimethoprim/Sulfamethoxazole
*PEP-Etablierung frühestmöglich bis zu maximal Tag 21 nach Kontakt
°auch geimpfte Personen
Für die Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen gelten klare Vorgaben. Nach Empfehlung des Robert-Koch Instituts kann eine Rückkehr frühestens nach negativem PCR-Nachweis aus einem tiefen nasopharyngealen Abstrich oder – bei begonnener Antibiotikatherapie – nach fünf Tagen (bei Azithromycin unter Umständen bereits nach drei Tagen) erfolgen. Wird keine antibiotische Therapie durchgeführt und liegt kein negatives Testergebnis vor, gilt eine betroffene Person nach Ablauf von 21 Tagen ab Beginn des Hustens als nicht mehr infektiös [15].

Prä- und postexpositionelle Antibiotikaprophylaxe bei sexuellen Risikokontakten

Angesichts der zunehmenden Inzidenz bakterieller sexuell übertragbarer Infektionen (STI) hat sich Doxycyclin zunehmend als off-label genutzte Prophylaxe etabliert. Sowohl als Postexpositionsprophylaxe (PEP), die innerhalb von 24 bis maximal 72 h nach einem Risikokontakt als Einmaldosis von 200 mg eingenommen wird, als auch als tägliche Präexpositionsprophylaxe (PrEP) mit 100 mg zeigen sich vielversprechende Effekte [17].
Diese Strategien wurden bislang hauptsächlich bei Männern, welche Sex mit Männern (MSM) haben, sowie Transgender-Frauen erfolgreich untersucht. In mehreren RCT konnte eine deutliche Reduktion der Infektionsraten von Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydien nachgewiesen werden. So sank die Syphilis-Inzidenz um 73–87 %, Chlamydieninfektionen um 70–89 %. Die Ergebnisse bezüglich der Gonokokkeninfektionen fielen dagegen heterogener aus, mit einer Reduktion zwischen 17 und 57 % – was vermutlich auf unterschiedliche Resistenzlagen gegenüber Tetracyclinen zurückzuführen ist [1822].
Im Gegensatz dazu zeigte das bislang einzige RCT zur Doxy-PEP bei cisgender Frauen keinen signifikanten Nutzen. Eine weiterführende Haaranalyse der Doxycyclinspiegel zur objektiven Überprüfung der Compliance legte nahe, dass viele Teilnehmer:innen die Prophylaxe nicht konsequent einnahmen, was die Aussagekraft einschränkt. Eine andere Erklärung könnten insuffiziente Wirkspiegel von Doxycyclin in der Vaginalschleimhaut sein, wenngleich pharmakokinetische Studien dagegensprechen [23]. Aktuell wird in einer laufenden chinesischen Studie (NCT06188442), welche sich in der Rekrutierungsphase befindet, die Wirksamkeit von Doxy-PEP und Doxy-PrEP im Vergleich untersucht. Schlussfolgernd daraus wird derzeit eine Doxy-PEP bei Männern oder Transgender-Frauen, welche Sex mit Männern haben, je nach Risikoprofil empfohlen [17, 24]. Die amerikanische Centers for Disease Control and Prevention (CDC) empfiehlt, eine Doxy-PEP mit Patient:innen mit genannten Charakteristika und einer innerhalb der letzten 12 Monate diagnostizierten STI zu besprechen. Alternative Indikationen wären beispielsweise Patient:innen mit geplanten Aktivitäten, welche die Wahrscheinlichkeit, an einer STI zu erkranken, erhöhen. Der Bedarf einer weiteren PEP sollte alle 3–6 Monate reevaluiert werden [24].
Doxycyclin gilt insgesamt als gut verträglich, wobei überwiegend leichte gastrointestinale Nebenwirkungen auftreten. Schwerwiegende Komplikationen wie ösophageale Ulzera oder Pankreatitiden sind selten, sollten aber berücksichtigt werden. Um Nebenwirkungen zu minimieren, empfiehlt sich die Einnahme mit ausreichend Flüssigkeit sowie ein konsequenter Sonnenschutz bezüglich der induzierten Photosensibilität. Zudem ist auf einen zeitlichen Abstand zu Milchprodukten und Mineralstoffpräparaten (Kalzium, Magnesium, Eisen) zu achten, da diese die Aufnahme beeinträchtigen können [17].
Ob eine breite Anwendung von Doxy-PEP/PrEP langfristig zu einer signifikanten Senkung der STI-Inzidenz führt, bleibt abzuwarten. Ebenso ist die Entwicklung von Resistenzen gegenüber Tetracyclinen bei STI-Erregern und anderen Bakterien, wie Staphylococcus aureus, genau zu beobachten. Die bisherigen Studien waren für eine umfassende Bewertung der Langzeitfolgen zu kurz angelegt und zu klein, um abschließende Aussagen treffen zu können.

Fazit

Zusammenfassend ist die antibiotische Prophylaxe in definiteren Bereichen ein etabliertes Konzept. Die perioperative Prophylaxe ist in der Chirurgie nicht mehr wegzudenken. Augenmerk soll hier auf dem richtigen Timing in Bezug auf den Operationszeitpunkt liegen, da Studien eine dramatische Abnahme der Wirksamkeit bei Abweichungen zeigen. Die Auswahl der antimikrobiellen Substanz ergibt sich aus vielen Variablen und ist deshalb breit gestreut. Bezüglich der Endokarditisprophylaxe zeigt sich ausreichende Evidenz, um eine Prophylaxe bei Hochrisikopatient:innen mit entsprechendem dentalem Eingriff zu rechtfertigen. Jedoch bleiben viele offene Fragen in Bezug auf Patient:innen mit intermediärem Risiko, Hochrisikopatient:innen mit anderweitigen Eingriffen und Implikationen in Bezug auf der sich wandelnden Mikrobiologie der Endokarditis. Sowohl die Antibiotikaprophylaxe bei Meningitiserregern als auch bei Pertussis sind etablierte Interventionen um zum einen Erkrankungen des Individuums zu verhindern, und zum anderen, um Infektionsgeschehen zu terminieren. Die relativ neue Doxy-PEP/PrEP bietet sicherlich zugleich Chancen und Risiken. Es bedarf weiterer Studien, um eine potenzielle Anwendbarkeit auf weitere Personengruppen (beispielsweise cisgender Frauen) auszudehnen. Weiters ist ein sorgfältiges Monitoring in Bezug auf eventuelle Resistenzentwicklungen, aber auch Inzidenzrückgänge im Bereich der adressierten Erreger erforderlich, um frühzeitig Strategieanpassungen vorzunehmen.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

J. Boyer und J. Prattes geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
download
DOWNLOAD
print
DRUCKEN
Titel
Antibiotikaprophylaxe – Update 2025
Verfasst von
Dr. Johannes Boyer
Priv.-Doz. Dr. Dr. Jürgen Prattes
Publikationsdatum
22.10.2025
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Wiener klinisches Magazin / Ausgabe 5-6/2025
Print ISSN: 1869-1757
Elektronische ISSN: 1613-7817
DOI
https://doi.org/10.1007/s00740-025-00570-6
1.
Zurück zum Zitat Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie e. V. (DGHM) (2024) S3-Leitlinie Perioperative und Periinterventionelle Antibiotikaprophylaxe
2.
Zurück zum Zitat Weber WP, Mujagic E, Zwahlen M, Bundi M, Hoffmann H, Soysal SD et al (2017) Timing of surgical antimicrobial prophylaxis: a phase 3 randomised controlled trial. Lancet Infect Dis 17:605–614. https://doi.org/10.1016/S1473-3099(17)30176-7CrossRefPubMed
3.
Zurück zum Zitat Iocca O, Copelli C, Ramieri G, Zocchi J, Savo M, Di Maio P (2022) Antibiotic prophylaxis in head and neck cancer surgery: Systematic review and Bayesian network meta-analysis. Head Neck 44:254–261. https://doi.org/10.1002/hed.26908CrossRefPubMed
4.
Zurück zum Zitat Delgado V, Ajmone Marsan N, de Waha S, Bonaros N, Brida M, Burri H et al (2023) 2023 ESC Guidelines for the management of endocarditis. Eur Heart J 44:3948–4042. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehad193CrossRefPubMed
5.
Zurück zum Zitat Wilson WR, Gewitz M, Lockhart PB, Bolger AF, DeSimone DC, Kazi DS et al (2021) Prevention of Viridans Group Streptococcal Infective Endocarditis: A Scientific Statement From the American Heart Association. Circulation 143:e963–e978. https://doi.org/10.1161/CIR.0000000000000969CrossRefPubMed
6.
Zurück zum Zitat Slipczuk L, Codolosa JN, Davila CD, Romero-Corral A, Yun J, Pressman GS et al (2013) Infective endocarditis epidemiology over five decades: a systematic review. Plos One 8:e82665. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0082665CrossRefPubMedPubMedCentral
7.
Zurück zum Zitat Thornhill MH, Crum A, Campbell R, Stone T, Lee EC, Bradburn M et al (2023) Temporal association between invasive procedures and infective endocarditis. Heart 109:223–231. https://doi.org/10.1136/heartjnl-2022-321519CrossRefPubMed
8.
Zurück zum Zitat Torén K, Albin M, Alderling M, Schiöler L, Åberg M (2023) Transmission factors and exposure to infections at work and invasive pneumococcal disease. Am J Ind Med 66:65–74. https://doi.org/10.1002/ajim.23439CrossRefPubMed
9.
Zurück zum Zitat Ladhani S, Neely F, Heath PT, Nazareth B, Roberts R, Slack MPE et al (2009) Recommendations for the prevention of secondary Haemophilus influenzae type b (Hib) disease. J Infect 58:3–14. https://doi.org/10.1016/j.jinf.2008.10.007CrossRefPubMed
10.
Zurück zum Zitat Robert Koch-Institut (2024) RKI-Ratgeber – Meningokokken, invasive Erkrankungen (Neisseria meningitidis). RKI-Ratgeber. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html
11.
Zurück zum Zitat Cohn AC, MacNeil JR, Clark TA, Ortega-Sanchez IR, Briere EZ, Meissner HC et al (2013) Prevention and control of meningococcal disease: recommendations of the Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP). MMWR Recomm Rep 62:1–28PubMed
12.
Zurück zum Zitat - (1976) Analysis of endemic meningococcal disease by serogroup and evaluation of chemoprophylaxis. J Infect Dis 134:201–204. https://doi.org/10.1093/infdis/134.2.201CrossRefPubMed
13.
Zurück zum Zitat CDC., Meningococcal Disease (2024) Infect Control Healthc Pers Epidemiol Control Sel Infect Transm Among Healthc Pers Patients. https://www.cdc.gov/infection-control/hcp/healthcare-personnel-epidemiology-control/meningococcal-disease.html
14.
16.
Zurück zum Zitat Alvarez J, Godoy P, Plans-Rubio P, Camps N, Carol M, Carmona G et al (2020) Azithromycin to Prevent Pertussis in Household Contacts, Catalonia and Navarre, Spain, 2012–2013. Emerg Infect Dis 26:2678–2684. https://doi.org/10.3201/eid2611.181418CrossRefPubMedPubMedCentral
17.
Zurück zum Zitat Werner RN, Schmidt AJ, Potthoff A, Spornraft-Ragaller P, Brockmeyer NH (2024) Position statement of the German STI Society on the prophylactic use of doxycycline to prevent STIs (Doxy-PEP, Doxy-PrEP). J Dtsch Dermatol Ges 22:466–478. https://doi.org/10.1111/ddg.15282CrossRefPubMed
18.
Zurück zum Zitat Molina J‑M, Bercot B, Assoumou L, Rubenstein E, Algarte-Genin M, Pialoux G et al (2024) Doxycycline prophylaxis and meningococcal group B vaccine to prevent bacterial sexually transmitted infections in France (ANRS 174 DOXYVAC): a multicentre, open-label, randomised trial with a 2 × 2 factorial design. Lancet Infect Dis 24:1093–1104. https://doi.org/10.1016/S1473-3099(24)00236-6CrossRefPubMed
19.
Zurück zum Zitat Molina J‑M, Charreau I, Chidiac C, Pialoux G, Cua E, Delaugerre C et al (2018) Post-exposure prophylaxis with doxycycline to prevent sexually transmitted infections in men who have sex with men: an open-label randomised substudy of the ANRS IPERGAY trial. Lancet Infect Dis 18:308–317. https://doi.org/10.1016/S1473-3099(17)30725-9CrossRefPubMed
20.
Zurück zum Zitat Luetkemeyer AF, Donnell D, Dombrowski JC, Cohen S, Grabow C, Brown CE et al (2023) Postexposure Doxycycline to Prevent Bacterial Sexually Transmitted Infections. N Engl J Med 388:1296–1306. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2211934CrossRefPubMedPubMedCentral
21.
Zurück zum Zitat Grennan T, Mohammed S, Edward J, Tattersall T, Gupta AK, Seto J et al (2025) A pilot, randomized controlled trial of Dual Daily HIV and sexually transmitted infection pre-exposure prophylaxis using tenofovir disoproxil fumarate/emtricitabine and doxycycline in gay, bisexual and other men who have sex with men and transgender wome. Clin Infect Dis. https://doi.org/10.1093/cid/ciaf043CrossRefPubMed
22.
Zurück zum Zitat Bolan RK, Beymer MR, Weiss RE, Flynn RP, Leibowitz AA, Klausner JD (2015) Doxycycline prophylaxis to reduce incident syphilis among HIV-infected men who have sex with men who continue to engage in high-risk sex: a randomized, controlled pilot study. Sex Transm Dis 42:98–103. https://doi.org/10.1097/OLQ.0000000000000216CrossRefPubMedPubMedCentral
23.
Zurück zum Zitat Stewart J, Oware K, Donnell D, Violette LR, Odoyo J, Soge OO et al (2023) Doxycycline Prophylaxis to Prevent Sexually Transmitted Infections in Women. N Engl J Med 389:2331–2340. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2304007CrossRefPubMedPubMedCentral
24.
Zurück zum Zitat Bachmann LH, Barbee LA, Chan P, Reno H, Workowski KA, Hoover K et al (2024) CDC Clinical Guidelines on the Use of Doxycycline Postexposure Prophylaxis for Bacterial Sexually Transmitted Infection Prevention, United States, 2024. MMWR Recomm Rep 73:1–8. https://doi.org/10.15585/mmwr.rr7302a1CrossRefPubMedPubMedCentral