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01.06.2016 | originalarbeit | Ausgabe 2/2016

neuropsychiatrie 2/2016

Ankerbasierte Ermittlung klinisch relevanter Veränderung depressiver Symptomatik am Beispiel der Kurzform der CES-D

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 2/2016
Autoren:
Ingo Haase, Markus Winkeler, Hartmut Imgart

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung

Die Ausprägung depressiver Symptome wird häufig mit der Kurzform der Center for Epidemiological Studies Depression Scale (CES-D-15) gemessen. Unklar blieb bisher, welche Veränderung in den CES-D-Werten eine klinisch relevante Verbesserung abbilden.

Methodik

5241 Datensätze von Patienten mit depressiver Symptomatik einer deutschen psychosomatischen Klinik wurden ausgewertet. Die Veränderungen in der CES-D-15-Skala von Aufnahme bis Entlassung wurden mit dem Therapeutenurteil als Anker verglichen. Dessen Kategorien „etwas gebessert“ und „deutlich gebessert“ wurden als Bestimmungsgröße eines klinisch relevanten Unterschieds in den CES-D-Werten definiert. Die Zusammenhänge mit den Ergebnissen in der CES-D-15 wurden durch Mittelwertvergleiche und Analysen von Sensitivität und Spezifität ermittelt.

Ergebnisse

Eine Reduktion um ca. 9 Punkte oder ca. 30 Prozent im CES-D-15 bzw. eine Prä-post-Effektstärke von 0,9 war mit der Einschätzung „etwas gebessert“ assoziiert und entsprach damit dem kleinsten klinisch bedeutsamen Unterschied. Dieses Bild erwies sich auch bei differenzierter Betrachtungsweise über die Variablen Alter, Geschlecht, Schulbildung, Behandlungsart und Hauptdiagnose hinweg als stabil. Bei Fällen mit höheren CES-D-Ausgangswerten waren größere Veränderungen der CES-D-Werte zur Entlassung hin notwendig, um als „etwas“ oder „deutlich gebessert“ eingeschätzt zu werden.

Schlussfolgerungen

Die hier resultierenden ankerbasierten Ergebnisse können als Grenzwerte klinischer Relevanz bei der Veränderung von CES-D-Punktwerten zwischen zwei Messzeitpunkten und damit auch als Indikator für relevante Veränderungen während der stationären Psychotherapie betrachtet werden. Die Angabe des Anteils von Patienten, die ein klinisch relevantes Ergebnis erzielt haben, verbessert die Evaluation von therapeutischen Prozessen. Weitere Untersuchungen in anderen Patientenpopulationen sind notwendig.

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Literatur
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