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04.01.2019 | Allgemeinmedizin | Pharma News | Onlineartikel

Entgeltliche Einschaltung

Krebs als Berufskrankheit

Die Diagnose Krebs markiert für Betroffene einen gravierenden Einschnitt in ihr Leben. Wird Krebs von der zuständigen Unfallversicherung als Berufskrankheit anerkannt, können Erkrankte durch sie finanzielle Unterstützung ebenso wie Zugang zu weitreichenderen Maßnahmen der medizinischen, sozialen und – falls möglich – beruflichen Rehabilitation erhalten. Nur wenn der Arzt einen diesbezüglichen Verdacht meldet, besteht die Möglichkeit, dass Krebs als Berufskrankheit anerkannt wird.

 Zentrale Rolle der Ärzte

Arbeitsbedingte Krebserkrankungen sind das Thema des aktuellen Präventionsschwerpunkts „Gib Acht, Krebsgefahr!“ der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Dieser knüpft an die Kampagne zu gefährlichen Arbeitsstoffen der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz an. Neben dem vordringlichen Ziel, zukünftige Erkrankungen zu verhindern, ist es der AUVA ein Anliegen, den von Berufskrankheiten bereits Betroffenen die bestmögliche Hilfestellung zu bieten. Ärzte spielen dabei durch die Meldung an die AUVA bei Verdacht auf Berufskrankheit eine zentrale Rolle. Die gesetzliche Grundlage dafür bildet § 363 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG), das der Arzt bei einem begründeten Verdacht auf eine Berufskrankheit dazu verpflichtet, diese binnen fünf Tagen der Unfallversicherung zu melden. Auf dem Vordruck der Meldung sind u. a. eine Beschreibung der Tätigkeit, die die Berufskrankheit verursacht haben kann, die Dauer der Tätigkeit und die vermuteten gesundheitsgefährdenden Einwirkungen bzw. Stoffe einzutragen. Genaue Angaben des Arztes vereinfachen und beschleunigen das Feststellungsverfahren zur Prüfung von Leistungsansprüchen.

Krebserzeugende Stoffe

Durch eine Anamnese, bei der auch abgefragt wird, mit welchen Stoffen der Patient am Arbeitsplatz in Kontakt gekommen ist, lässt sich ein eventueller Zusammenhang zwischen der Krebserkrankung und dem Beruf herstellen. Welche Erkrankungen als Berufskrankheiten gelten, wird vom Gesetzgeber geregelt und ist in der österreichischen Berufskrankheitenliste nachzulesen. Unter den angeführten Krebserkrankungen wird das durch Asbest verursachte Pleuramesotheliom mit Abstand am häufigsten als Berufskrankheit anerkannt; auch Lungen- und Kehlkopfkrebs durch Asbest findet sich in der Liste. Damit ist der in Österreich seit 1990 verbotene Asbest derzeit für über 86 Prozent aller als Berufskrankheit anerkannten Krebsfälle verantwortlich. Der Staub von Hartholz steht nach Asbest an zweiter Stelle unter den Stoffen, die Krebs als Berufskrankheit zur Folge haben. Holzstaub kann Adenokarzinome der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen auslösen. Weitere Stoffe, die berufsbedingte Krebserkrankungen verursachen, sind z. B. aromatische Amine, Chrom (VI) und Quarzstaub. Bösartige Neubildungen der Lunge durch die Einwirkung von kristallinem Siliziumdioxid bei Silikose ergänzen seit 2013 die Liste der Berufskrankheiten; davor wurden einige Fälle über die sogenannte Generalklausel als Berufskrankheit anerkannt.

 „Untypische“ Berufskrankheiten

Laut der Generalklausel (ASVG § 177, Abs. 2) können auch nicht in der Liste enthaltene Erkrankungen als Berufskrankheiten gelten. Eine Bedingung ist die gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Krankheit ausschließlich oder überwiegend durch die Verwendung schädigender Stoffe bzw. Strahlen entstanden ist. Mögliche Beispiele sind Lungenkrebs durch Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe, Hauttumoren infolge langer und intensiver Sonnenbestrahlung oder Lungenkrebs durch Passivrauch. Auch in Branchen, in denen man es nicht vermuten würde, kann es zum Kontakt mit krebserzeugenden Stoffen kommen. Ein Beispiel dafür sind Näherinnen, die davor für den Transport von Asbest verwendete Säcke in andere Formate umgenäht haben, was in einem Fall die Erkrankung an einem Mesotheliom zur Folge gehabt hat. Aufgrund der langen Latenzzeit bei onkologischen Erkrankungen müssen auch Beschäftigungen bei früheren Arbeitgebern bzw. vor der Pensionierung berücksichtigt werden. Besteht also dringender Verdacht auf Krebs als Berufskrankheit, sollten Ärzte Meldung erstatten, auch wenn die Krankheit nicht in der Liste angeführt ist.

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