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Ärzte Woche

19.08.2021 | Allgemeine Dermatologie

Dermatologie

Die Haut hat im Sommer keinen Urlaub

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Ob eine polymorphe Lichtdermatose, fototoxische Substanzen oder auch „nur“ zu viel Sonne verantwortlich ist: Einem Sonnenbrand gilt es vorzubeugen.

Wenn die Temperaturen steigen und die Wolken verschwinden, heißt das für viele: Sonne tanken! Die warmen Strahlen heitern uns auf, kurbeln die körpereigene Vitamin-D-Produktion an und helfen dadurch auch dabei, die Knochen zu stärken, da der „Sonnenstoff“ zusätzliches Kalzium in unser Skelett schleusen kann. Ein alter Grundsatz der Medizin gilt aber auch beim Sonnenbaden: Die Dosis macht das Gift. Welche Gefahren Sie im Schein der Sonne erwarten können, erläutert uns Prof. Dr. Peter Wolf, Vorstand der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie sowie Leiter der Forschungseinheit für Photodermatologie an der MedUni Graz.

Der Klassiker: Sonnenbrand


Es gibt wohl nur wenige Menschen, die von einem Sonnenbrand verschont geblieben sind. Egal, ob man beim Sonnenbaden eingeschlafen ist, mit der Creme nicht alle Stellen erwischt hat oder beim Skifahren im Winter unerwartet getroffen wurde: Ein Sonnenbrand sollte nicht als Lappalie behandelt werden. Die Langzeitfolgen von zu exzessivem Sonnenbaden ohne Schutz sind den meisten bekannt: Vor allem der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) wird durch häufige Sonnenbrände gefördert. Ein Schutz mit adäquater Sonnencreme und der richtigen Bekleidung ist daher äußerst wichtig, auch wenn man die perfekte Bräune für den Sommer haben will.

Die Allergie, die keine ist


Bei der Krankheit, die oft fälschlicherweise als „Sonnenallergie“ bezeichnet wird, handelt es sich meist um die sogenannte „Polymorphe Lichtdermatose“. Die schlimmsten Symptome treten meist nach der ersten direkten Sonneneinstrahlung im Frühsommer oder Sommer auf, nehmen aber im Laufe des Jahres bei weiteren Stunden in der Sonne ab. Menschen mit dieser Erkrankung leiden nach direkter Sonneneinstrahlung an juckenden Ausschlägen, Rötungen, Bläschenbildung oder einem brennenden Schmerz an der betroffenen Stelle. Die genauen Gründe, wieso es zu diesen Ausbrüchen kommt, sind noch unklar. Betroffene können sich durch die richtige Bekleidung und einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor schützen. Auch das „Abhärten“ durch immer stärkere Bestrahlung kann dabei helfen, die Folgen abzumildern.

Die gute Nachricht: Patient*innen mit der Erkrankung scheinen ein besonders robustes Immunsystem zu haben und damit verbunden ein vermindertes Hautkrebsrisiko. Ob das Mikrobiom der Haut an der Entstehung der Erkrankung und eventuell auch am Schutz vor Hautkrebs beteiligt ist, ist Gegenstand intensiver Forschungsarbeit an der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie der MedUni Graz.

Fototoxische Reaktion


Gewisse Substanzen können gemeinsam mit UV-Strahlen und dem körpereigenen Gewebe zu unvorteilhaften Wechselwirkungen führen. Diese werden als fototoxische Substanzen bezeichnet. Diese Stoffe können in verschiedensten Produkten vorkommen: Waschmittel, Seifen, gewissen Lebensmitteln und auch Medikamenten wie Antibiotika (Tetracycline), Antidepressiva, Blutdruckmedikamente oder Antirheumatika.

Egal, ob die Stoffe direkt auf die Haut gelangen oder über den Verdauungstrakt und in Folge vom Blut im Körper verteilt werden: Eine fototoxische Reaktion kann selbst nach kürzester Zeit ähnliche Symptome hervorrufen, wie ein Sonnenbrand mit Rötung, Brennen, Blasenbildung Schwellung und sogar der Zerstörung von Gewebe. Egal, warum man sich der Sonne aussetzt oder aussetzen muss. Beim Sonnentanken, Urlauben, Arbeiten im Freien oder Spazierengehen sollte man darauf achten, sich vor der Sonne zu schützen. Neben der richtigen Kleidung ist auch ein passender Lichtschutzfaktor der Sonnencreme wichtig. Dabei ist zu beachten: Je heller die Haut, desto empfindlicher ist sie.

Quelle: Presseaussenung der MedUni Graz

Weitere Informationen:

www.medunigraz.at

Metadaten
Titel
Dermatologie
Die Haut hat im Sommer keinen Urlaub
Publikationsdatum
19.08.2021
Zeitung
Ärzte Woche
Ausgabe 28-33/2021