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Da blüht uns was

Die Pollensaison 2025 verlief nicht intensiv. Das wird heuer anders.

Unter dem Mikroskop sieht Birkenpollen hübsch aus, in der Nase will man ihn trotzdem nicht haben. 


Letztes Jahr war der Pollenflug durchschnittlich bis unterdurchschnittlich für die meisten Hauptallergene. Die Birkenpollensaison lag sogar am vorletzten Platz der 50-jährigen Messgeschichte mit einem neuen Tiefstwert für April und auch Hasel, Beifuß und Ragweed sorgten nur für unterdurchschnittlichen Pollenflug.

Das wird sich 2026 ändern: die Haseln, insbesondere die Baumhasel, zeigt einen reichlichen Besatz mit Kätzchen und damit Potenzial für intensiveren Pollenflug. Auch die Birke zeigt ein ähnliches Muster: Die Bäume haben einen zahlreicheren Bestand an männlichen Blühständen als letztes Jahr.

Haselpollensaison 2026 intensiver

Die Purpurerle hat wie üblich schon um Weihnachten zu blühen begonnen. Sie verträgt das Stadtklima sehr gut und blüht sehr früh. Weil es aber vergleichsweise nur wenige Purpurerlen gibt, ist ihr Pollenflug kaum messbar. Andere Erlenarten lassen sich noch Zeit – bevor sie blühen sind die Haseln dran: Erste Haselkätzchen waren Ende Jänner blühbereit.

Die Haseln zeigen einen überdurchschnittlichen Besatz mit Kätzchen. Wenn die Bedingungen günstig sind, kann das in eine überdurchschnittliche Blüte münden. Die Wetterbedinungen während der Blüte sind entscheidend. „Die Haselpollensaison hat das Potenzial intensiver zu werden, zumindest intensiver als letztes Jahr. In Wien trägt dazu vor allem die Baumhasel, die als Stadtbaum eingesetzt wird, bei“, berichtet Katharina Bastl vom Pollenservice der MedUni Wien.

Der Pollenflug der Hasel hat noch nicht verbreitet eingesetzt – wegen des kühleren Winters, der für einen späteren Start als in den letzten Jahren sorgt. Allerdings haben erste Pflanzen die Blühbereitschaft an sonnigen Standorten bereits erreicht. Aus Deutschland gab es Berichte von ersten blühenden Haseln schon Mitte Dezember. Bei Sonnenschein und Temperaturen ab 5°C muss auch in Wien und im Osten Österreichs mit Pollenflug gerechnet werden.

Erlenpollensaison komplex

Die Erlenpollensaison kommt durch die Blüte mehrerer Erlenarten zustande. Zuallerst blüht die Purpurerle, die mittlerweile schon im Abblühen ist, gefolgt von der Grau- und der Schwarzerle, die abhängig von der Temperaturentwicklung meist erst ab Februar für Pollenflug sorgen. Die Grauerle ist in Wien übrigens seltener als die Schwarzerle. „Bei einer Erlenpollenallergie sollte man auf Spaziergängen Auen und die Nähe zur Donau meiden“, rät Maximilian Bastl vom Pollenservice der MedUni Wien.

Birkenpollensaison intensiver

Auf die äußerst unterdurchschnittliche Birkenpollensaison 2025 folgt nun die Aussicht auf eine überdurchschnittliche Blüte der Birke in diesem Jahr. Der Besatz mit Kätzchen hat jedenfalls Potenzial. Wichtig sind aber die Wetterbedingungen während der Blüte – insofern ist es noch fraglich, ob der Birkenpollenflug sein volles Potenzial entfalten kann.

Die „Frühblüher“

Hasel, Erle und Birke gehören zur Familie der Birkengewächse. Durch die nahe Verwandtschaft kann es zu einer Kreuzreaktion kommen. Pollenallergikerinnen und -allergiker, die auf Frühblüher sensibilisiert sind, müssen sich auf ein intensiveres Jahr vorbereiten und auch auf Kreuzreaktionen zu Nahrungsmitteln wie z.B. Nüssen, Äpfeln und Karotten achten.

Weitere Infos: www.pollenservice.wien

Quelle: MedUni Wien

Titel
Da blüht uns was
Publikationsdatum
25.02.2026
Bildnachweise
Pollen/© BSIP / Contributor / Getty Images / iStock