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Erschienen in: Anästhesie Nachrichten 2/2022

Open Access 19.04.2022 | Für Sie gelesen

AIC Wissenschaftspreis: Platz 1

verfasst von: PD Dr. Werner Schmid, MSc

Erschienen in: Anästhesie Nachrichten | Ausgabe 2/2022

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Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Originalpublikation
Schmid W, Marhofer P, Opfermann P et al (2020) Brainwave entrainment to minimise sedative drug doses in paediatric surgery: a randomised controlled trial. Br J Anaesth. 125(3):330–335
Der Einsatz von Anästhetika für die Einleitung und Aufrechterhaltung von Vollnarkosen ist bei Kindern nach wie vor umstritten. Es gibt zahlreiche Hinweise auf neurodegenerative Veränderungen bei sich entwickelnden Nagetieren und Affen nach Exposition gegenüber solchen Medikamenten. Beobachtungsstudien ergaben, dass Mehrfachexpositionen gegenüber Verfahren, die eine Vollnarkose erfordern, mit Lern- und Verhaltensdefiziten verbunden sind. Darüber hinaus sind die meisten Medikamente zur Sedierung und Analgesie nicht für alle Altersgruppen zugelassen. Daher sind Techniken zur Verringerung des perioperativen Bedarfs an Sedierungsmedikamenten nützlich und tragen zur Sicherheit bei der Kinderanästhesie bei.
Unterschiedliche Studien bei Erwachsenen haben bereits gezeigt, dass die audiovisuelle Synchronisation („audio-visual entrainment“ – AVE) zur Beruhigung oder Verringerung von Schmerzen und Angstzuständen eingesetzt werden kann. Die audiovisuelle Synchronisation basiert auf der Annahme, dass ein minimaler Tonhöhenunterschied zwischen dem linken und dem rechten Ohr in Kombination mit flackerndem Licht eine Sedierung induziert und aufrechterhält. Die Verwendung dieser binauralen Beats als therapeutisches Instrument hat in jüngster Zeit bei Klinikern an Interesse gewonnen, es liegen jedoch keine spezifischen Daten vor, die den Einfluss von AVE auf die Sedierungstiefe und den Propofolbedarf bei Kindern während der Operation untersuchen.
Wir haben eine prospektive, verblindete, randomisierte Studie entworfen, um den Einfluss der AVE auf den Propofolbedarf während subumbilikaler kinderchirurgischer Eingriffe in kaudaler Anästhesie zu untersuchen. Die Dosierungen der kontinuierlichen Propofolinfusion wurden durch eine bispektrale Indexüberwachung (BIS) kontrolliert und eingestellt: Sofern der bispektrale Indexwert 70 nicht überschritt, wurde die Propofoldosis alle 5 min nach dem Hautschnitt um 1 mg/kg KG pro Stunde reduziert. Umgekehrt wurde die Dosis erhöht, wenn wir einen Score von über 70, andere Anzeichen einer unzureichenden Sedierung wie spontane Bewegung oder einen Anstieg der Herzfrequenz von mehr als 20 % feststellten. Der mittlere Dosisbedarf zur Aufrechterhaltung der Sedierung betrug 0,05 mg/kg KG/min in der AVE-Gruppe (95 % Konfidenzintervall [CI]: 0,04–0,06) im Vergleich zu 0,07 mg/kg KG/min in der Kontrollgruppe (95 % CI: 0,06–0,08). Der intraoperative Bedarf an Propofol unterschied sich somit signifikant (p = 0,013).
Es wurden keine signifikanten Unterschiede in den bispektralen Indexwerten zwischen beiden Gruppen zu Studienbeginn (p = 0,37) oder intraoperativ (p = 0,35) festgestellt.

Fazit für die Praxis

Die audiovisuelle Synchronisation kann den Gebrauch von Narkotika bei Kindern effektiv minimieren.

Interessenkonflikt

W. Schmid gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
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Metadaten
Titel
AIC Wissenschaftspreis: Platz 1
verfasst von
PD Dr. Werner Schmid, MSc
Publikationsdatum
19.04.2022
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Anästhesie Nachrichten / Ausgabe 2/2022
Print ISSN: 2617-2127
Elektronische ISSN: 2731-3972
DOI
https://doi.org/10.1007/s44179-022-00042-w

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