Mit dem Umzug ins Pflegeheim bleibt den betagten Menschen oft wenig Raum für Persönliches und Privatsphäre. Spitalsähnliche Strukturen und Raumausstattung, sowie die im Vordergrund stehende Therapie und Pflege sind Schwerpunkte, an denen sich der Tagesablauf für die Bewohner orientiert.
Der demografische Wandel erfolgt schleichend, unsichtbar und lautlos. „Alter“ sieht heute ganz anders aus als vor zwei oder drei Jahrzehnten: Alter ist weiblich sowie singulär und existiert abseits von Arbeitsprozessen – Österreich leistet sich im Europavergleich die jüngsten und bestbezahlten Pensionisten.
Das oft gebrauchte Wort „Überalterung“ ist ein Werturteil, dem scharf entgegenzutreten ist! Es ist ein Erfolg der Medizin, dass die Generation 70plus heute viel gesünder ist als vor 20 Jahren.
Die Mortalität bei den 80- bis 90-Jährigen ist deutlich im Sinken. Was bedeutet das für die medizinischen, pflegerischen und sozialen Versorgungsstrukturen der Zukunft?
Auf dem Kongress der „International Association of Gerontology and Geriatrics“ (IAGG) wurde jüngst berichtet, dass Menschen der Baby-boomer-Generation, die in das Pensionsalter kommen, teils kränker sind als Menschen, die ein oder zwei Generationen früher lebten.
Trotz des breiten Einsatzes des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) zur Früherkennung der Prostatakarzinoms (PKa) vor allem beim jüngeren Mann, ist das Pka nach wie vor eine Erkrankung des alternden Mannes, da 2/3 der Neuerkrankungen bei Männern jenseits des
Altern bedeutet nicht Verfall, sondern Veränderung. Älter werden kann als eine Lebensphase angesehen werden, in der spezielle Formen von Lernen, Wachstum, Kreativität und gesellschaftlichem Engagement möglich sind.
Akuter Schlaganfall und Gehirnblutung als häufige Auslöser einer
Altersepilepsie.
Die Altersepilepsie wird Neurologen, Internisten und
Allgemeinmediziner in Zukunft vermehrt beschäftigen.
Inkontinenzleiden stellen ein häufiges Problem geriatrischer Patienten dar. In der Literatur werden sie zu den vier „Giganten der Geriatrie“ gezählt (Immobilty, Instability, Incontinence, Intellectual impairment nach Bernhard Isaak 1975).
Wenn der Lebensabschnitt, die Krankheit, die Pflegebedürftigkeit es notwendig machen, dass Menschen aus verschiedensten Gründen ihren vertrauten Wohnbereich aufgeben müssen, verändert sich innerhalb von kurzer Zeit ihr gesamtes Leben.
Jede Beziehungspflege ist der Versuch die Bedingungen der Selbstorganisation von Menschen zu optimieren. Das gilt für alle pflegebedürftigen Menschen, in allen Lebensaltern.
In Pflege und Betreuung stehen die Qualität tragfähiger Beziehungen, pflegerisches Engagement, professionelle Fürsorge und sinnvolle Alltagsgestaltung im Vordergrund des Pflegeprozesses.