Beim Thema Medikamentenpreise wird gerne der schwarze Peter an die jeweils anderen Partner im System weitergereicht. Konstruktive Lösungen der Probleme der Finanzierung im Gesundheitswesen werden so sicher nicht gefördert.
Auch aus Sicht der Ärzteschaft ist deutlich zu sagen: Der Versuch des BZÖ, mit Horrorzahlen in Bezug auf die Medikamentenkosten populistisches Kleingeld zu schinden, ist abzulehnen.
In den letzten drei Jahren wurden jeweils etwa 300 Präparate teurer. Für die Hersteller geht es unter anderem auch darum, Größen wie die Inflation sowie steigende Kosten bei Personal und Energie auszugleichen.
Kontroversielle Diskussion um Medikamentenpreise.
Schon in der Diskussion um die „Gesundheitsreform“ spielten die
steigenden Ausgaben bei den Medikamenten eine zentrale Rolle.
Keine Frage: Sowohl im intra- als auch im extramuralen Bereich ist Polypharmazie bei älteren Patienten ein Problem. Obwohl uns auch im pharmakologischen Teil unseres Studiums eingetrichtert wurde, dass mehr als fünf Medikamente gleichzeitig schlecht sind und massive Probleme verursachen können, wird nach wie vor zu oft mit dem Gießkannenprinzip vorgegangen.
Sowohl heimische als auch internationale Studien weisen deutlich auf die mit der Polypharmazie einhergehenden Probleme hin. Studien wie jene aus Salzburg sind sehr wichtig, um das Bewusstsein dafür zu stärken.
Bei Menschen in höherem Alter treten häufig mehrere Erkrankungen gleichzeitig auf – das sollte nicht automatisch die Vervielfachung der ausgestellten Rezepte bedeuten.
Polypharmazie ist ein Phänomen, das in allen industrialisierten Ländern zu finden ist. Ärzte versuchen auch mit Hilfe von Evidence Based Medizin (EBM) nach bestem Wissen und Gewissen zu behandeln.