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Praxis 2. August 2012

Ergebnisse der Aufnahmetests in Innsbruck

Nach der MedUni Graz haben nun auch Wien und Innsbruck die Ergebnisse des diesjährigen Auswahlverfahrens für die Studienplätze in Human- und Zahnmedizin veröffentlicht. In Innsbruck verzeichnet man einen steigenden Anteil an weiblichen Studierenden.

An der Medizinischen Universität Innsbruck erhalten 212 Männer (2011: 219) und 187 Frauen (2011: 181) für die Human- und Zahnmedizin insgesamt einen Studienplatz. Für die Molekulare Medizin wurden insgesamt 40 Personen, davon 24 Frauen (2011: 7) und 16 Männer (2011: 18) zum Aufnahmegespräch eingeladen. Im Sinne einer effizienten Auswahl kamen in diesem Jahr erstmals unterschiedliche Testverfahren für die drei medizinischen Studien zum Einsatz.

Insgesamt stehen an der Medizinischen Universität Innsbruck 430 Studienplätze für die Studien Human-, Zahnmedizin und Molekulare Medizin zur Verfügung: 360 für das Diplomstudium Humanmedizin, 40 für Zahnmedizin und 30 für das 2011 neu implementierte Bachelorstudium Molekulare Medizin. Auf Basis der geltenden Quotenregelung stehen jeweils 75 Prozent der Plätze für Bewerber mit österreichischem Reifezeugnis, 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger zur Verfügung, wobei die Quotenregelung für das Studium der Molekularen Medizin nicht anzuwenden ist. Danach erhalten 270 Testabsolventen mit österreichischem Reifezeugnis einen Studienplatz der Humanmedizin, 30 in der Zahnmedizin. Zur Österreich-Quote gehören auch Südtiroler, Liechtensteiner sowie Luxemburger, hier wurden 2012 insgesamt 63 Studienplätze vergeben. Über die 20 Prozent-Quote der EU-Bürger erhalten insgesamt 80 Bewerber einen Studienplatz in der Human- oder Zahnmedizin. Davon geht an 77 Bewerber aus Deutschland jeweils ein Studienplatz. Fünf Prozent der Studienplätze in der Human- und Zahnmedizin gehen an Nicht-EU-Bürger. 

Geschlechtsspezifische und nationale Differenzen

„Die Erfolgsquote der Frauen mit österreichischem Reifezeugnis war bei den heurigen Testverfahren niedriger als jene der männlichen Bewerber und niedriger als jene der deutschen Bewerberinnen“, konstatiert der Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten der Medizinischen Universität Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Norbert Mutz eine geschlechtsspezifische als auch nationale Differenz.

„Wir haben mit den Landesschulinspektoraten, vor allem mit Landesschulinspektor Dr. Thomas Plankensteiner aus Tirol, Probetests in Tiroler, Vorarlberger und Südtiroler Schulen organisiert. Diese Initiativen sollen die Schülerinnen und Schüler besser auf die Testsituation vorbereiten. In den vergangenen Jahren konnten wir dank unserer Bemühungen ein ausgeglichenes Verhältnis in der Erfolgsquote bei den österreichischen BewerberInnen um einen Platz für ein Humanmedizinstudium erzielen. Die Zulassungsstatistiken der letzten Jahre zeigen seit der Einführung der intensiven Informationskampagnen an Tiroler, Vorarlberger und Südtiroler Schulen einen klaren Anstieg an Zulassungen von Bewerberinnen.“ Um die Chancengleichheit für alle BewerberInnen zu verbessern, arbeiten alle drei Medizinischen Universitäten in Österreich aber bereits an einem neuen, einheitlichen Testverfahren. „Dabei werden wir noch besser auf die unterschiedlichen Kenntnisse der weiblichen und männlichen Bewerberinnen und Bewerber eingehen. Es ist daher gut möglich, dass die Testverfahren, so wie sie heuer durchgeführt wurden, im kommenden Jahr bereits Geschichte sind“, erklärt Mutz.

Auswahl für Molekulare Medizin

Für das Studium der Molekularen Medizin stehen 30 Studienplätze zur Verfügung - die Quotenregelung kommt hier nicht zur Anwendung. Im Jahr 2011 haben 25 der 30 Studienplätze nach dem Ranking an 7 Frauen und 18 Männer erhalten. Die letzten 5 Studienplätze wurden an die Bewerberinnen und Bewerber aufgrund eines Aufnahmegespräches vergeben, welche nach dem Ranking des Aufnahmetests in der provisorischen Rangliste auf den Positionen 26 bis 35 platziert waren.  Für die Studienplatzvergabe 2012 wird das positive Ergebnis des BMS sowie das Ergebnis des Aufnahmegesprächs zu einer endgültigen Rangliste zusammengeführt, die Bewerberinnen und Bewerber auf den Postionen 1 bis 30 erhalten einen Studienplatz zugeteilt.  Die Aufnahmegespräche finden am 31.07. und 01.08. statt.

Differenzierte Auswahlverfahren

Seit Einführung der Aufnahmetests galt das Bestreben einem möglichst effizienten Procedere im Interesse der Universitäten wie auch jenem der Studierenden. Dazu gibt es in diesem Jahr zwei Neuerungen. Für das Studium der Zahnmedizin besteht der Eignungstest aus zwei Teilen – einem verkürzten theoretischen Teil des EMS Tests für das Humanmedizinstudium - und einem praktischen Teil, bei dem die feinmotorischen Fähigkeiten, beispielsweise durch einen Drahtbiegetest, überprüft werden (Bewertungsanteil 30%). Für das Bachelorstudium Molekulare Medizin kommt nunmehr ein spezieller Eignungstest (Basiskenntnistest Medizinische Studien, BMS) zur Anwendung, der von der Medizinischen Universität Graz entwickelt wurde. Dabei wird Wissen in den naturwissenschaftlichen Fächern abgefragt. Die bestgereihten BewerberInnen für das Bachelorstudium der Molekularen Medizin werden anschließend zu einem Aufnahmegespräch eingeladen. Der EMS-Test für die BewerberInnen um das Humanmedizinstudium bleibt unverändert.

Medizinische Universität Innsbruck, springermedizin.at

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