Die weltweit größte Netzhautstudie wurde unter Federführung der MedUni Wien durchgeführt. Dabei wurde eine innovative Strategie für die Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration entwickelt. An der MedUni Wien wurde außerdem eine neue Methode erarbeitet, wie Krankheitsprozesse der Makula früher erkannt und gezielter behandelt werden können. 2.457 Patienten aus vier Kontinenten und 34 Ländern nahmen an der Studie teil. Die MedUni Wien war das führende Zentrum dieser Studie: Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth, Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie, leitete das Steering-Committee der Studie. Doz. Dr. Christopher Kiss führte die klinischen Studien durch, und im Vienna Reading Center, einer wissenschaftlichen Abteilung der Augenklinik, wurden sämtliche Daten elektronisch gesammelt und dort vom Team von DI Dr. Christian Simader analysiert. Injektionen seltener nötig "/>
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Augenheilkunde 26. September 2011

Große Netzhaut-Studie unter Wiener Leitung

Die weltweit größte Netzhautstudie wurde unter Federführung der MedUni Wien durchgeführt. Dabei wurde eine innovative Strategie für die Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration entwickelt. An der MedUni Wien wurde außerdem eine neue Methode erarbeitet, wie Krankheitsprozesse der Makula früher erkannt und gezielter behandelt werden können.

2.457 Patienten aus vier Kontinenten und 34 Ländern nahmen an der Studie teil. Die MedUni Wien war das führende Zentrum dieser Studie: Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth, Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie, leitete das Steering-Committee der Studie. Doz. Dr. Christopher Kiss führte die klinischen Studien durch, und im Vienna Reading Center, einer wissenschaftlichen Abteilung der Augenklinik, wurden sämtliche Daten elektronisch gesammelt und dort vom Team von DI Dr. Christian Simader analysiert.

Injektionen seltener nötig

„Die Gabe von Antikörpern in den Glaskörperraum des Auges hat die Prognose für die häufigste Erblindungsursache in den letzten Jahren zwar revolutioniert, die Therapiehäufigkeit mit monatlichen Injektionen lebenslang hat die Verfügbarkeit jedoch weltweit maximal eingeschränkt“, erläutert Schmidt-Erfurth als international führende Retina-Expertin.

Mit einem neuen Medikament mit anhaltender Wirksamkeit und einer verbesserten Behandlungsstrategie können nun alle Patienten erreicht werden - was eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität der Patienten nach sich zieht. Kiss: „Die Injektion in den Glaskörper ist nur noch maximal alle zwei Monate nötig statt einmal monatlich; der Wirkstoff, der ähnlich dem bisher verwendeten ist, ist viel potenter und wirkt länger.“ Die Betroffenen müssen also seltener zur Behandlung; Ärzte und Kliniken können die Therapie mehr Patienten zukommen lassen. 

Doppelte Wirkdauer

Als Auslöser der Erkrankung gelten Abbauprodukte des Stoffwechsels im Sehprozess, die sich über die Jahre in der Makula ablagern (so genannte Drusen). Zudem leiden die Patienten an mangelnder Sauerstoffversorgung an der Netzhaut.

Als Reaktion auf die Drusen wird der Gefäßwachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor) angestoßen, der beginnt, Gefäßwucherungen unter der Netzhaut zu bilden. Durch Plasma- und Blutaustritte wird die zentrale Netzhaut progressiv zerstört.

Bisherige VEGF-Hemmer waren nur kurz wirksam. Die neue Substanz, das wurde vom Wiener Team nachgewiesen, wirkt doppelt so lang.

Früher eingreifen

In der Studiengruppe von Doz. Dr. Christopher Kiss wurde mit Hilfe der hochauflösenden optischen Kohärenztomographie (OCT) eine neue Methode angewendet, mit der man diskrete Veränderungen des Netzhautgewebes exakter und früher als bisher einem Befund zuordnen kann. Kiss: „Wir können jetzt quasi voraussehen, was kommt, früher eingreifen und behandeln, bevor ein Schaden passiert.“

Quelle: Medizinische Universität Wien

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