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Afrika3.Prof.Barisani

Prof. Dr. Talin Barisani,
wissenschaftliche Leiterin

 
Impfen 6. September 2011

Augenforschung für Afrika

Die Medizinische Universität Wien stattet ein Forschungszentrum an der Augenklinik der Universität Jimma in Äthiopien mit Geräten und Know-how aus. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Augenerkrankung Trachom, an der tausende Menschen in Afrika leiden und die zur Erblindung führen kann. "Der erste Schritt ist, eine Infektion, die zum Trachom führt, diagnostisch von einer anderen unterscheiden zu können", erklärt Talin Barisani, die Leiterin des neuen Forschungsprojekts.

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Wassermangel und Hygiene

Jimma liegt in einer Region, in der gehäuft Trachomerkrankungen auftreten. Im 88-Millionen-Einwohner-Staat Äthiopien leiden rund zehn Millionen Menschen daran, 24,5 Prozent aller Fälle treten in der Region Jimma auf. Die Ursachen sind unter anderem mangelhafte Hygienezustände, Trockenheit und Armut. "Es ist natürlich nicht einfach, den Menschen, die ohnehin kein Wasser haben, zu erklären, dass es wichtig ist, Wasser zum Waschen der Kindergesichter zu verwenden", sagt die Wissenschafterin.

"Ein Brunnen kostet sieben Ochsen"

In vielen Dörfern gibt es überhaupt keinen Brunnen und damit auch kein Wasser. Die Frauen müssen kilometerlange Fußmärsche auf sich nehmen, um zur nächsten Wasserstelle zu gelangen. Barisani: "Ein Brunnen kostet etwa sieben Ochsen. Das ist für den Einzelnen viel zu viel. Aber die Menschen kommen nicht auf die Idee, dass es vielleicht machbar wäre, wenn jeder einen Ochsen gibt."

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Auf dem Weg zum Impfstoff

Jimma hat mit 37.000 Studierenden die zweitgrößte Universität Äthiopiens. Die Zusammenarbeit mit Jimma resultiert aus einem wissenschaftlichen Projekt des Laura Bassi Programms (OCUVAC) an der MedUni Wien mit dem Wirtschaftspartner BIRD-C, einem Biotechnologie-Unternehmen, welches sich mit der Entwicklung von Impfstoffen aus Bakterienhüllen befasst.

Das MedUni Wien-Projekt wird vom österreichischen Wirtschaftsministerium über die FFG gefördert. OCUVAC läuft bereits seit über einem Jahr und an dessen Ende im Jahr 2017 soll ein revolutionärer Erfolg stehen: Ein Impfstoff gegen Trachom, der ohne Nadeln verabreicht und kostengünstig hergestellt werden kann und keine Kühlkette benötigt.

Basis Bakterien-Ghosts

OCUVAC-Leiterin Barisani: "Die Idee ist, dass wir so genannte Bakterien-Ghosts verwenden, leere, nicht lebende Bakterienhüllen, deren Membranstrukturen aber noch intakt sind".

Bakterien-Ghosts sind bestens geeignet um spezifische Antigene verschiedener Krankheitserreger in den Hüllen zu verankern. Damit werden diese modifizierten Bakteriengeister zu Impfstoffkandidaten, die aufgrund ihres Ursprungs, ihrer optimalen Größe und Form, sowie der intakten Oberflächenstruktur von den Körper- und Immunzellen erkannt und aufgenommen werden.

Presse MedUniWien/red

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