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Foto: Vinzenz Gruppe
Unter Anleitung von Dr. Manfred Greher (stehend) machten die Teilnehmer erste Versuche am Phantom und punktierten einen Spargel im Aspik.
 
Anästhesie 10. Mai 2011

Ultraschallgezielte Nervenblockade

Eine spezielle Technik erlaubt es, Nerven unter direkter Sicht mit Betäubungsmittel zu umspülen.

Das Herz-Jesu Krankenhaus Wien-Landstraße lud Ende April zum 4. Symposium des Zentrums für ultraschallgezielte Nervenblockaden zum Thema Troubleshooting in der Regionalanästhesie und Schmerztherapie. Highlight waren die Vorträge aus dem Komplikationsmanagement sowie Praxisübungen.

 

Am Phantom übten sich die Teilnehmer des Sympsiums im Punktieren mit verschiedensten Materialien wie zum Beispiel Nadeln und Kathedern. Eine besondere Herausforderung stellte das Aufsuchen entsprechender Nerven via Ultraschall an Probanden dar. „Der Einsatz des Ultraschalls hat uns eine Vielzahl an Lösungen für praxisrelevante Probleme bei den Nervenblockaden gebracht. Heute führen wir in unserem Zentrum die bewährte Methode der Ultraschall-gezielten Nervenblockade täglich routinemäßig und mit großem Erfolg durch. Damit bieten wir unseren Patienten Regionalanästhesie und Schmerztherapie auf höchstem medizinischen Niveau“, erläuterte Dr. Manfred Greher, Ärztlicher Leiter und Vorstand der Abteilung für Anästhesie, perioperative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Herz-Jesu Krankenhaus.

Greher hat dieses Anästhesieverfahren mit seinem Team weiter ausgebaut. Er hat alle Ärzte seiner Abteilung persönlich in dieser Methode ausgebildet und schult laufend Mediziner aus dem In- und Ausland. Dazu hospitieren nationale und internationale Anästhesisten im Zentrum für ultraschallgezielte Nervenblockaden. Die im Haus entstandene interaktive DVD zu Ausbildungszwecken wurde inzwischen schon hundertfach von Medizinern aus der ganzen Welt bezogen.

Bei dieser Spezialtechnik der Regionalanästhesie und Schmerztherapie, einer der größten Innovationen der Anästhesie in den letzten Jahren, werden Nerven mit einem modernen Ultraschallgerät aufgespürt und dargestellt. Dies ermöglicht, die Nerven unter direkter Sicht mit dem Betäubungsmittel zu umspülen. Zuvor konnten die Nerven nur „blind“ umspritzt werden. Mit dieser schonenden und sicheren Methode kann das Anästhesieteam des Zentrums auf hohe Erfolgsquoten verweisen. Das auf diese Art platzierte Anästhetikum weist eine raschere und bessere Wirkung auf. Es kommt kaum zu Nebenwirkungen, speziell beim Einsatz der Regionalanästhesie zur Schmerztherapie nach einer Operation. Medikamente können reduziert werden. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die nur eine Teilbetäubung statt einer Vollnarkose bekommen, schneller genesen. Die Ultraschall-gezielte Regionalanästhesie wurde übrigens 2009 bei einer Operation von Papst Benedikt XVI eingesetzt, die aufgrund einer Handgelenksverletzung notwendig war.

 

Quelle: Vinzenz Gruppe

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