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Radiologie 4. Mai 2011

Krankheiten sichtbar machen

Molekulare Bildgebung: Die Zukunft bei Diagnose und Therapie?

Die Molekulare Bildgebung liefert detaillierte Ergebnisse bei der Darstellung einer Erkrankung. Dadurch werden für die Patienten „maßgeschneiderte“ und effizientere Therapien möglich. Allerdings befindet sie sich noch im Anfangsstadium. PD Dr. Peter Brader von der Universitätsklinik für Radiodiagnostik der MedUni Wien hat in einer Spezialausgabe von Pediatric Radiology gemeinsam mit Experten aus Europa und den USA erstmals die verschiedenen Aspekte dieses neuen Forschungsgebiets in Bezug auf die Kinderradiologie durchleuchtet.

 

Die bildliche Darstellung von Erkrankungen wie Röntgenaufnahmen, CT oder MRT bringt enorme Vorteile bei der Beurteilung der Krankheit. Mit der Molekularen Bildgebung ist jetzt ein neues Feld auf diesem Gebiet betreten worden, das auch biologische Vorgänge innerhalb der Krankheit darstellen kann. Die Experten erwarten sich davon bedeutende Fortschritte bei Diagnose, Therapie und Behandlungsüberwachung.

Kern des neuen Verfahrens sind spezielle Kontrastmittel, die nur an bestimmten Rezeptoren der Zellen eine Reaktion hervorrufen können. Je nach eingesetztem Kontrastmittel kann dadurch ein bestimmter Vorgang untersucht werden. Der große Vorteil dieses Verfahrens liegt daher darin, dass nicht nur die Position und Ausdehnung einer Erkrankung sehr präzise dargestellt werden, sondern gleichzeitig auch die zugrundeliegenden Prozesse. Man erkennt etwa bei Tumoren sehr präzise, ob und wo genau die Zellen weiter wachsen oder absterben, wie also die Therapie wirkt und in welchem Ausmaß. Dadurch können die Therapien für die Patienten individuell angepasst werden. Das erhöht die Effizienz und vermindert unnötige Nebenwirkungen.

Eine besondere Bedeutung hat dies bei Kindern, denn sie weisen spezielle molekulare Muster auf. Bei Erkrankungen im Kindesalter können die Rezeptoren daher noch präziser „angesteuert“ werden als bei Erwachsenen und man erhält so sehr genaue Ergebnisse zum Krankheitsprozess.

Die Experten erhoffen sich auch ein besseres Verständnis der biologischen Abläufe von Krankheiten und krankmachender Effekte durch die neue Methode. Die Herausforderungen liegen darin, diese Forschungsergebnisse in die klinische Routine einzubringen. Dazu müssen die notwendigen Substanzen wie Tracer oder Kontrastmittel zugelassen werden.

 

Links:

www.meduniwien.ac.at/imaging

http://www.springerlink.com/CONTENT/0301-0449/41/2/

MedUni Wien/IS, Ärzte Woche 18 /2011

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