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Foto: MedUni Wien
Prof. Dr. Johannes Streicher und Prof. Dr. Rudolf Mallinger bei der Präsentation des Whiteboards.
Foto: MedUni Wien

An der MedUni Wien ist das virtuelle Klassenzimmer in der Morphologie bereits Realität.

 
Wissenschaft & Lehre 26. April 2011

Virtuelle Anatomie in Wien

Studierende können am Whiteboard im Seziersaal morphologisches Wissen direkt in klinische Fähigkeiten und Fertigkeiten umsetzen.

An der MedUni Wien ist das virtuelle Klassenzimmer in der Morphologie bereits Realität: Ab sofort werden IT-Systeme eingesetzt, die es den Studierenden ermöglichen, im Seziersaal Morphologie und Topographie mit klinischer Bilddiagnostik, Operationstechniken und klinische Fertigkeiten zu integrieren.

 

Damit ist die MedUni Wien auch weltweit Vorreiter, wie Prof. Dr. Rudolf Mallinger, Vizerektor für Studium und Lehre, betont: „Die interaktiven Whiteboards und iMacs im Seziersaal sind einzigartig. Wir haben ein ganz neues Konzept in Wien umgesetzt.“ Ein Konzept, das auch auf Initiative der Studierenden selbst basiert. Mallinger: „Die Studentinnen und Studenten haben beim Rektorat den Wunsch nach einer medientechnischen Verbesserung deponiert. Gemeinsam mit dem Curriculumskoordinator Prof. Dr. Johannes Streicher wurde das neue Konzept entwickelt und umgesetzt.“

Individuelle Wissensvermittlung

Lehrinhalte verschiedener Fächer, wie Anatomie, Radiologie, Chirurgie und Notfallmedizin, können nun ohne Zeitverlust integriert werden. Die Nutzung der neuen Technologien und Medien ermöglicht auch eine flexible und individualisierte Wissensvermittlung, indem die anatomische Präparation eine perfekte Symbiose mit der klinischen Bilddiagnostik eingeht. So sieht die Umsetzung in der Praxis aus: Die 720 Studierenden eines Jahrgangs werden in Kleingruppen von je zwei Lehrpersonen aus den Bereichen Anatomie und Radiologie – betreut und wechseln zwischen Seziersaal und Computerstudio, wo jeweils zum selben Organsystem Präparation und fallbasierte klinische Bilddiagnostik stattfinden. Im Seziersaal unterstützen deckenmontierte iMacs und ein großformatiges, interaktives Whiteboard multimedial Präparation und Bildgebung. Auf den iMacs und Whiteboards sind unter anderem 3D-Visualisierungen, Schnittbilder, CTs und MRs, Präparations- und OP-Videos sowie Embryologie-Animationen zu sehen.

Im Computerraum wird die Bilddiagnostik mit einem technisch-methodischen Kurzvortrag eingeleitet. Danach stehen den Studierenden für rund zwei Wochen Fallpräsentationen auf einer Moodle-Plattform (der E-learning-Plattform der MedUni Wien) zum Selbststudium zur Verfügung. Zu jedem Fall ist ein Diskussionsforum im Internet eingerichtet, welches von einer Radiologin oder einem Radiologen moderiert wird. Die positiven Folgen für die Studierenden: große Flexibilität und deutliche Steigerung der zeitlichen Effizienz durch die individuelle Zeiteinteilung. Die Studienerfolgskontrolle erfolgt danach ausschließlich anhand von Röntgenbildern, CTs und MRs der Klinik und wird mit schnurlosen MC-Antwortgeräten für alle Studierenden einheitlich durchgeführt.

Prof. Dr. Johannes Streicher, der das Lernkonzept am Zentrum für Anatomie und Zellbiologie federführend entwickelte, ist überzeugt, dass das Wiener Vorbild bald international Nachahmer finden wird: „Wir haben unser iMorphologie-Konzept bei internationalen Meetings bereits vorgestellt und sehr interessiertes Feedback erhalten.“

Eingesetzt wird das iMorphologie-Konzept an der MedUni Wien parallel zu den organsystembasierten Studienmodulen des 4. bis 6. Semesters (Line-Elemente Organmorphologie I-III).

 

Quelle: Medizinische Universität Wien.

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