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Fotos (2): Charité-Universitätsmedizin Berlin
Ein MRT-Bild kurz vor dem Austritt des Kopfes.

Offener Magnetresonanztomograf.

 

Geburt im offenen MRT

Bilder aus dem Körperinneren helfen, den Geburtsvorgang besser zu verstehen.

An der Charité-Universitätsmedizin Berlin gelang es erstmals, die Bilder der Geburt eines Kindes in einem offenen Magnetresonanztomografen zu gewinnen. Zu sehen sind das Körperinnere der Mutter und die Bewegung des Kindes im Geburtskanal bis zum Austritt des Kopfes. Die Geburt verlief ohne Komplikationen. Mutter und Kind sind wohlauf.

 

Möglich wurden diese einzigartigen Bilder durch die Zusammenarbeit von Fachleuten für Geburtsmedizin, Radiologie und Technik. Dem gemeinsamen Vorhaben ging eine zweijährige Forschungs- und Entwicklungsarbeit der radiologisch-technisch ausgerichteten Arbeitsgruppe „offene Hochfeld-MRT“ voraus, bei der unter anderem ein neuartiger fetaler Überwachungsmonitor entstand. Dieser ermöglichte die Überwachung der Herztöne des Kindes im MRT während des Geburtvorgangs. Bei dem offenen Hochfeld-MRT (Philips, Panorama HFO) handelt es sich um ein neuartiges Gerät, welches durch seine offene Bauweise einen guten Zugang zu Mutter und Kind erlaubt.

Aufgabe der interdisziplinären Forschergruppe ist es nun, die seit dem 19. Jahrhundert erarbeiteten Vorstellungen über den Geburtsvorgang und die Bewegungen des ungeborenen Kindes im mütterlichen Becken anhand weiterer Untersuchungen zu überprüfen, um beispielsweise in Zukunft besser zu verstehen, warum bei 15 Prozent der Schwangeren im Geburtsverlauf aufgrund eines Geburtsstillstandes eine Entbindung mittels Kaiserschnitt notwendig wird.

 

Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin

  • Frau Elisbeth Geisel, 01.02.2011 um 14:53:

    „Mich interessiert die Anzahl der Dezibel die das Baby ausgesetzt wurde (95?). Das Fruchtwasser und Weichteile der Mutter schützen nicht vor dem Lärm.
    Wie oft wurde die gebärende Frau zum stillhalten angewiesen, damit die Bilder brauchbar werden? Es handelt sich nämlich nicht um die neueste Version von MRT die Herrn Frahm (MPI Göttingen) entwickelt hat.
    Heute werden Gebärende angeregt sich aufrecht zu bewegen auch für die Austreibung. Können Aufnahmen einer Geburt unter diesen Umständen als Hilfe für ein besseres Verständnis der Geburtsmechanik gebraucht werden?
    Hat die Ethik-Kommission von diesem Versuch erfahren und ihn zugelassen.
    Mit freundlichen Grüßen.
    Elisabeth Geisel“

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