zur Navigation zum Inhalt
Foto: ©iStockphoto.com/JoseGirarte
Zwillingspaare helfen dabei, den Ursachen der CED auf die Spur zu kommen.

Schilddrüse kurz und bündig Zettinig, Georg Buchinger, Wolfgang 76 Seiten, € 29,70 Krause & Pachernegg, 2010 ISBN 9783901299575 Die Autoren Georg Zettinig (Schilddrüsenpraxis Josefstadt in Wien) und Wolfgang Buchinger (Leiter der Schilddrüsenambulanz am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Graz-Eggenberg und Schilddrüseninstitut Gleisdorf) bieten in diesem Buch einen kurz gefassten Überblick über die moderne Diagnose und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen. Hilfreich sind besonders die zahlreichen Tabellen und die Originalabbildungen aus der Universitätsklinik für Nuklearmedizin Wien, der Schilddrüsenambulanz des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Graz-Eggenberg, der Schilddrüsenpraxis Josefstadt und des Schilddrüseninstitutes Gleisdorf. Die übersichtliche Gliederung ermöglicht es, in der täglichen Praxis rasch alle relevanten Informationen zur Schilddrüse zu beantworten.n

 
Gastroenterologie 11. Jänner 2011

Zwillingsstudie gestartet

Ein Projekt soll erbliche Ursachen chronischer Darmerkrankungen aufdecken.

Auf der Suche nach erblichen Ursachen chronisch entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hat der deutsche Exzellenzcluster zur Erforschung von „Entzündungen an Grenzflächen“ ein bisher einzigartiges Projekt gestartet. Die Schlüsselrolle spielen dabei 40 Zwillingspaare, bei denen ein Zwilling an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn leidet, während der andere gesund ist.

 

Das Erbgut von Zwillingspaaren soll komplett entschlüsselt werden, um der Krankheitsursache auf die Schliche zu kommen und neue Therapien zu finden. Um die Datenfülle der 80 Menschen zu bewältigen, laufen die vom Human Genome Project bekannten sogenannten Sequenzer drei Jahre lang rund um die Uhr auf Hochtouren. Acht Millionen Euro wurden bisher in das Projekt investiert, vor allem für Hard- und Software

Zwei Drittel der Zwillingspaare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden nach Hamburg ins Asklepios Westklinikum Rissen eingeladen, wo ihnen per Darmspiegelung eine Schleimhautprobe zur weiteren Untersuchung entnommen wurde. Den übrigen Zwillingspaaren wurden die Proben am Heimatort entnommen. Die Proben werden in den Laboratorien der Kieler Christian-Albrechts-Universität analysiert und der genetische Code erkrankter und gesunder Probanden Abschnitt für Abschnitt verglichen. Dabei kommen die neuesten genetischen Technologien zum Einsatz.

Mikrobiom und Genom

Es ist geplant, sowohl das Mikrobiom, also die Summe aller Bakterien auf der Darmoberfläche, als auch das Genom der Zwillinge vollständig vergleichend zu sequenzieren.

„Von der Exploration der Zwillingskohorte mit modernen genetischen Methoden erwarten wir uns einen entscheidenden Durchbruch im Verständnis der auslösenden Ursachen, sowohl was die Genetik angeht als auch was die Faktoren des Lebensstils betrifft“, sagt Prof. Dr. Stefan Schreiber, der wissenschaftliche Projektleiter an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. „Trotzdem können wir nicht genügend Zwillinge für die Forschung zur Verfügung haben. Diese Experimente erfordern einen unglaublichen technologischen Aufwand und leider auch sehr große Fallzahlen.“ Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa legt die Konkordanz von fast 56 Prozent (Morbus Crohn, eineiige Zwillinge) gegenüber vier Prozent (zweieiige Zwillinge) ein klares Zeugnis der genetischen Ursachen ab. Im Umkehrschluss zeigen die Daten aber auch, dass trotz genetisch (fast) gleicher Voraussetzungen in 44 Prozent der Fälle nicht beide Zwillinge die gleiche Krankheit entwickeln. Es muss also im Leben dieser Zwillinge klare Hinweise auf auslösende Umweltfaktoren geben.

Lebenslaufanalysen

Die Zwillingsforschung der Christian-Albrechts-Universität Kiel und des Asklepios Westklinikums Hamburg greift auf eine eindrucksvolle Kohorte von fast 200 ein- und zweieiigen Zwillingspaaren zurück, von denen jeweils ein Zwilling an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leidet.

In einem ersten Schritt wiesen Analysen der Lebensläufe der Zwillinge darauf hin, dass die individuelle Prägung, zum Beispiel durch Infektionskrankheiten, eine entscheidende Rolle als Krankheitsauslöser spielt. In weiteren Analysen fanden die Forscher Beweise für die besondere Rolle der Darmflora und der Genexpression in der Darmschleimhaut bei der Krankheitsentstehung.

 

Quelle: Asklepios Kliniken.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben