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Foto: HPR Graz
Die Höhenkammer in Graz steht nun für wissenschaftliche Projekte und für Ausdauerathleten zur Verfügung.
 
Allgemeinmedizin 5. Mai 2010

Hypoxiekammer in Graz eröffnet

In der neuen Höhenkammer werden Auswirkungen von Sauerstoffmangel untersucht.

Auf den Dächern der Welt ist die Luft knapp: Schon in Höhen von knapp unter 3.000 Metern über dem Meeresspiegel haben Alpinsportler oder Flugreisende mit den Auswirkungen von Hypoxie zu kämpfen.

 

Verringerte physische und geistige Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühl sind noch relativ harmlose Auswirkungen des Sauerstoffmangels. Zu spüren bekommen sie alle jene, die auf hohen Bergen oder auch im Flugzeug unterwegs sind. Wie sehr der menschliche Organismus vor allem bei intensiver körperlicher Belastung durch zu wenig Sauerstoff beeinträchtigt ist, wird nun am Zentrum für Bewegungswissenschaften von Karl-Franzens- und Medizinischer Universität Graz erforscht. Die am 22. April eröffnete Hypoxie-Kammer sorgt dafür, dass die Experten bei ihren Untersuchungen am Boden bleiben können.

Der zwölf Quadratmeter große Raum simuliert eine Seehöhe von rund 5.500 Metern. Eine derartige Einrichtung gab es österreichweit bislang nur in Innsbruck. „Die Kammer kann auch für eine Anpassung an extreme klimatische Bedingungen im Vorfeld von Expeditionen genutzt werden“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Domej, Pulmologe und Forscher am Zentrum für Bewegungswissenschaften. Hauptsächlich steht die Höhenkammer für wissenschaftliche Projekte und für Ausdauerathleten zur Verfügung, die dort auf dem Laufband oder Fahrrad trainieren. Dabei werden die Auswirkungen von Sauerstoffmangel auf den Organismus bei intensiver körperlicher Belastung erforscht.

Das Zentrum für Bewegungswissenschaften und Sportmedizinische Forschung (Human Performance Research Graz) ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung der Medizinischen Universität Graz und der Karl-Franzens-Universität Graz. Die Rektoren Prof. Dr. Josef Smolle und Prof. Dr. Alfred Gutschelhofer betonten im Rahmen der Eröffnungsfeier unisono die Bedeutung der Kooperation auch nach der Trennung der Universitäten.

Erfolgreiche Eigeninitiative

Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder beglückwünschte das Team des Zentrums zu seiner großen Improvisationskunst und Eigeninitiative, denn die Hypoxiekammer wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst aufgebaut, sodass nur die Kosten für Material und Geräte anfielen. „Diese neue Forschungseinrichtung ist gewissermaßen auch ein Symbol für die Arbeit der Universitäten: Sie erbringen ständig herausragende Leistungen, obwohl der Sauerstoff – sprich das Geld – äußerst knapp ist“, so die Landesrätin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verringerte physische und geistige Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühl sind noch relativ harmlose Auswirkungen des Sauerstoffmangels. Zu spüren bekommen sie alle jene, die auf hohen Bergen oder auch im Flugzeug unterwegs sind.

Wie sehr der menschliche Organismus vor allem bei intensiver körperlicher Belastung durch zu wenig Sauerstoff beeinträchtigt ist, wird nun am Zentrum für Bewegungswissenschaften von Karl-Franzens- und Medizinischer Universität Graz erforscht. Die am 22. April eröffnete Hypoxie-Kammer sorgt dafür, dass die Experten bei ihren Untersuchungen am Boden bleiben können.

Der zwölf Quadratmeter große Raum simuliert eine Seehöhe von rund 5.500 Metern. Eine derartige Einrichtung gab es österreichweit bislang nur in Innsbruck. „Die Kammer kann auch für eine Anpassung an extreme klimatische Bedingungen im Vorfeld von Expeditionen genutzt werden“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Domej, Pulmologe und Forscher am Zentrum für Bewegungswissenschaften.

„Heute sind mehr Menschen als je zuvor mit Hypoxie konfrontiert, weil Alpinsportarten in großen Höhen innerhalb weniger Jahrzehnte für eine breite Masse zugänglich geworden sind“, weiß Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Domej vom Zentrum für Bewegungswissenschaften und Sportmedizinische Forschung. Weltweit tummeln sich geschätzte 100 Millionen Bergbegeisterte pro Jahr in Regionen über 3.000 Metern Seehöhe. Auch Piloten und Flugpassagiere können von dem gefährlichen Sauerstoffmangel betroffen sein. „In der Hypoxie-Kammer können wir Reisende auf eine Höhenunverträglichkeit hin austesten“, erklärt der Sportmediziner. Für eine Anpassung an extreme klimatische Bedingungen im Vorfeld von Expeditionen kann der zwölf Quadratmeter große Raum ebenfalls genutzt werden. Hauptsächlich steht die Höhenkammer für wissenschaftliche Projekte und für Ausdauerathleten zur Verfügung, die dort auf dem Laufband oder Fahrrad trainieren. Dabei werden die Auswirkungen von Sauerstoffmangel auf den Organismus bei intensiver körperlicher Belastung erforscht.

Das Zentrum für Bewegungswissenschaften und Sportmedizinische Forschung (Human Performance Research Graz) ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung der Medizinischen Universität Graz und der Karl-Franzens-Universität Graz.

Die Rektoren Prof. Dr. Josef Smolle und Prof. Dr. Alfred Gutschelhofer betonten im Rahmen der Eröffnungsfeier unisono die Bedeutung der Kooperation auch nach der Trennung der Universitäten. „Bewegung und Gesundheit sind nicht zu trennen, daher ist die Kooperation der beiden Universitäten ganz, ganz wichtig. Die MedUni Graz möchte das Projekt als Juniorpartner nach Kräften unterstützen“, erklärte Rektor Smolle. „Das Zentrum für Bewegungswissenschaften und Sportmedizinische Forschung zeigt, dass wir gemeinsam Erfolge feiern können. Gerade im Bereich der Gesundheit bieten wir Lösungen an, die für die gesamte Steiermark von Bedeutung sind“, so Rektor Gutschelhofer. Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder beglückwünschte das Team des Zentrums zu seiner großen Improvisationskunst und Eigeninitiative – die Hypoxiekammer wurde nämlich von den MitarbeiterInnen selbst aufgebaut, sodass nur die Kosten für Material und Geräte anfielen. „Diese neue Forschungseinrichtung ist gewissermaßen auch ein Symbol für die Arbeit der Universitäten: Sie erbringen ständig herausragende Leistungen, obwohl der Sauerstoff – sprich das Geld – äußerst knapp ist“, so die Landesrätin.

MedUni Graz/PH n

MedUni Graz/PH, Ärzte Woche 18 /2010

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