zur Navigation zum Inhalt
Grafik: Überleben der tumortragenden Tiere
PictureCredit

Dr. Patrizia Stoitzner, Medizinische Universität Innsbruck, Univ. Klinik für Dermatologie und Venerologie

 
Dermatologie 30. April 2010

Langerhanszellen und Hautkrebs

Potenzielle Zielzellen für Immuntherapie?

Aufgrund ihrer Bedeutung bei der Initiierung von Immunantworten, werden dendritische Zellen in klinischen Studien für Immuntherapien gegen verschiedene Krebsarten, insbesondere das Melanom, verwendet.

Das Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk, das beim Eindringen von Krankheitserregern oder bei der Entstehung eines Tumors aktiv wird. Dendritische Zellen, zu denen die Langerhanszellen gehören, sind wichtige Mitglieder der großen Familie der Immunzellen und befinden sich im peripheren und lymphatischen Gewebe. Die dendritischen Zellen der Epidermis werden nach deren Entdecker Paul Langerhans „Langerhanszellen“ genannt . Im Falle einer Infektion oder bei Wachstum eines Tumors in der Haut können Langerhanszellen die Haut verlassen und in den nächsten drainierenden Lymphknoten wandern. Dort kommen sie mit T-Zellen in Kontakt, und die dadurch aktivierten T-Zellen sind fähig, infizierte Zellen oder Tumorzellen im peripheren Gewebe zu eliminieren.

Epikutane Immunisierung

Aufgrund ihrer Bedeutung bei der Initiierung von Immunantworten, werden dendritische Zellen in klinischen Studien für Immuntherapien gegen verschiedene Krebsarten, insbesondere das Melanom, verwendet. Wir haben kürzlich in einem Mausmodell eine neuartige Strategie für Immuntherapie gegen Krebs weiterentwickelt, die epikutane Immunisierung. Dieser Ansatz ermöglicht eine Vakzinierung über die Haut mit dem Ziel, die dendritischen Zellen in der Haut inklusive der Langerhanszellen mit Tumormaterial zu beladen und zu aktivieren. Das soll dann in Folge Immunantworten gegen den Tumor auslösen.

Vielversprechende Ergebnisse

Erste Ergebnisse im Mausmodell sind vielversprechend, da wir die Entwicklung von langlebigen zytotoxischen T-Zellen und eine Inhibierung des Tumorwachstums erreichen konnten. Um die Effizienz der epikutanen Immunisierung zu erhöhen, haben wir mit verschiedenen Methoden versucht, Tumorproteine geziel- ter in Kombination mit neuen Adjuvantien in dendritische Zellen in der Haut zu transferieren.

In unseren Untersuchungen konnten wir nun erfolgreich zeigen, dass das synthetische Glykolipid alpha-Galactosylceramid (alpha-GalCer) als Adjuvant für Immunisierungen über die Haut verwendet werden kann. Wie auf der Grafik zu sehen ist, können zytotoxischen T-Zellantworten deutlich verstärkt werden und diese Killer-T-Zellen gegen Tumorzellen gerichtet werden. In der Folge kann das Überleben von tumortragenden Mäusen statistisch signifikant verlängert werden.

 

Korrespondenz:

Medizinische Universität Innsbruck Univ. Klinik für Dermatologie und Venerologie Anichstraße 35 6020 Innsbruck E-Mail:

Dr. Patrizia Stoitzner, hautnah 2/2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben