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Foto: TU Chemnitz/Andreas Seidel
Während der Schlagzeuger seine Schlagzahl pro Minute steigert, werden Puls, Laktatwerte und Atemgas überprüft.
 
Allgemeinmedizin 13. April 2010

Training an der Trommel

Wenn Schlagzeuger loslegen, werden Herz und Gehirn beansprucht.

Schlagzeuger von Rockbands sind körperlich stärker beansprucht als Profifußballer - das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die Wissenschaftler der britischen Universitäten Gloucestershire und Chichester gemeinsam mit der Rockband „Blondie“ durchgeführt haben.

 

Sportwissenschaftler der TU Chemnitz knüpfen in einer laufenden Studie dort an, denn „die physische Belastung von Musikern ist bisher noch fast gar nicht erforscht“, berichtet der wissenschaftliche Mitarbeiter Peter Wright. „Nach einer deutschen Studie, die sich 1925 mit einem Vergleich zwischen Streichern und Paukenspielern beschäftigt hat, ist weltweit keine weitere Forschung zu dem Thema gelaufen.“ Für entsprechendes Aufsehen haben die Messungen des „Clem Burke Drumming Projects“ gesorgt, das zeigte, dass die Herzfrequenz des Blondie-Schlagzeugers Clem Burke zeitweise über 190 Schlägen in der Minute lag.

Beide Gehirnhälften beansprucht

Nun werden von den Chemnitzer Wissenschaftlern nicht nur Rockmusiker, sondern auch Schlagzeuger anderer Musikstile miteinander verglichen: von Drummern der Philharmonie bis zum Musikschullehrer. Zudem überprüfen sie durch Konzentrations- und Aufmerksamkeitstests Zusammenhänge zwischen dem Schlagzeugspielen und der kognitiven Leistung, denn: „Schlagzeug spielen ist durch die gleichzeitige Beanspruchung beider Gehirnhälften ein extrem effektives Hirntraining“, so Wright.

TU Chemnitz/PH, Ärzte Woche 15 /2010

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