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Foto: Institut für Elektronik / ETH Zürich
Das ist nur ein Teil des Instrumentariums zur Stressmessung: Er zeigt die Hautleitfähigkeit an.
 
Wissenschaft & Lehre 16. März 2010

Stress zuverlässig messen

Ein elektronischer Stress-Assistent soll Stresspegel im Alltag messen. Dadurch könnte in Zukunft Überlastung am Arbeitsplatz früher erkannt werden. Weiters könnte etwa bei manisch-depressiven Personen der Therapieerfolg kontrolliert werden.

Zur Bestimmung des Stresspegels nutzten Forscher vom Institut für Elektronik der ETH Zürich verschiedene Indikatoren, wie die Hautleitfähigkeit an den Fingern, die Herzschlag- und Atmungsrate sowie den Cortisolgehalt im Speichel. Bewegung von Beinen, Füßen und Armen wurden erfasst und ein Stuhl mit Drucksensoren bestückt, um Änderungen der Sitzhaltungen zu registrieren. Um die Zuverlässigkeit ihres Messsystems zu prüfen, führten die Forscher eine Studie in Zusammenarbeit der Universität Zürich durch. Über 30 Probanden wurden eingeladen, angeblich um an einem einfachen Rechen-Test teilzunehmen. Tatsächlich wurde Verhalten unter Zeit- und sozialem Druck untersucht (siehe Link). Der Stress-Assistent funktionierte gut: In 83 Prozent der Fälle konnte das System den Stresspegel aufgrund der Messung der Hautleitfähigkeit richtig erkennen. Auch die Drucksensoren im Stuhl eignen sich für die Stresserkennung. Sie zeigten in 73 Prozent der Fälle Stress zuverlässig an. Unter Stress bewegten sich die meisten viel häufiger hin und her, einige erstarrten aber auch. Wichtig ist, dass eine Methode allein nicht ausreicht, um Stress zuverlässig zu bestimmen, betonen die Autoren.

Ablauf des Stresstests (Video): www2.ife.ee.ethz.ch/~setzc/ETH_life/Stress_video_klein.wmv

Quellen:

Setz, C. et al.: IEEE Transactions on Information Technology in Biomedicine 2010; 14[2]: 410-7

Arnrich, B. et al.: ebd. 2010; 14[2]: 207-14

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