zur Navigation zum Inhalt
Foto: Brinkmann / MPI f. Infektionsbiologie
Helicobacter pylori (blau) auf Zellen der Magenschleimhaut (orange).
 
Gastroenterologie 2. März 2010

Magenbakterium als Modell für Genregulation

Mit Hilfe einer neu entwickelten Methode konnten im Genom von Helicobacter pylori erstmals hunderte kleine Ribonukleinsäuren gefunden werden.

Das Genom von Helicobacter pylori wurde bereits 1997 entschlüsselt. Demnach beherbergt es erstaunlich wenig regulatorische Gene. In den letzten Jahren wurde fieberhaft nach neuartigen Regulatoren wie sRNAs (small RNAs) gesucht. Diese können Gene regulieren, indem sie beispielsweise an Sequenzen der Erbinformation binden und so deren Übersetzung in ein Protein verhindern. Bei Helicobacter pylori war diese Suche seit Jahren erfolglos. Prof. Dr. Jörg Vogel, Leiter der Arbeitsgruppe RNA Biologie am Max-Planck-Institut (MPI) für Infektionsbiologie, und sein Team haben jetzt die sRNAs im Magenbakterium aufgespürt. Mithilfe der Hochdurchsatzsequenzierung gelang die gleichzeitige Entzifferung von Millionen von RNA-Sequenzen, die aktuell in einer Zelle produziert werden. Das überraschte Team fand gleich 60 sRNAs. Helicobacter pylori fehlt jedoch ein wichtiges Protein, damit solche RNAs die Genexpression regulieren können. Möglicherweise nutzt es bislang unbekannte Signalwege. Damit könnte das Bakterium ein neuer Modellorganismus für die RNA-Forschung werden. Schließlich könnte auch die Entwicklung eines Impfstoffes gegen den Magenkeim gelingen. An der Studie war übrigens auch der österreichische Biochemiker Prof. Dr. Peter F. Stadler beteiligt.

Quelle: Sharma, C. M. et al.: Nature 2010; doi: 10.1038/nature08756

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben