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Foto: www.uniklinik-ulm.de
Vergleichsbilder der Computertomographie (CT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zur Diagnostik: Ob es sich bei einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (mit Pfeil markiert) um eine Entzündung oder Krebs handelt, zeigen die PET-Darstellungen in der
 
Gastroenterologie 23. Februar 2010

Pankreastumoren früher finden

Radioaktive Markierung verspricht bessere Chancen.

Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs ist häufig ein Todesurteil, da die Erkrankung meist erst im Spätstadium entdeckt wird. In einem von der EU geförderten Projekt haben 23 Forschergruppen aus sechs Ländern neue Ansätze für eine verbesserte Diagnose des Bauchspeicheldrüsenkrebses erarbeitet. An der Ulmer Klinik für Nuklearmedizin wurden neue Moleküle entwickelt, die in Kombination mit besonderen bildgebenden Verfahren bösartige Veränderungen früher als bisher anzeigen können.

Ulmer Wissenschaftler machten sich zu Nutze, dass sich Tumorzellen häufiger und anders teilen als normale Zellen. „Ziel ist es, Moleküle zu finden, die auf die Besonderheiten der Tumorzellen reagieren und sich genau dort anreichern. Für Ärzte zur Diagnose sichtbar werden die Anreicherungen durch eine radioaktive Markierung der Moleküle, die man wiederum in bestimmten bildgebenden Verfahren sichtbar machen kann“, erläutert Prof. Dr. Sven Norbert Reske, der Ärztliche Direktor der Ulmer Klinik für Nuklearmedizin, das Grundprinzip.

Solche Moleküle zu finden und herzustellen, ist aufwändig, da ihre Anbindung an die Tumorzellen und ihre radioaktive Markierung zielgerichtet funktionieren und verträglich sein müssen. Ein Molekül, das die Ulmer Arbeitsgruppe entwickelte, spricht auf eine erhöhte Anzahl von Transportermolekülen auf der Oberfläche von Tumorzellen an. „Ein weiteres Molekül macht in einer speziellen Phase der Zellteilung die Synthese der RNA sichtbar“, so Reske. „Beide Moleküle könnten uns eines Tages helfen, Bauchspeicheldrüsenkrebs besser zu diagnostizieren und z. B. von anderen gutartigen entzündlichen Erkrankungen abzugrenzen. Bis Patienten eines Tages davon profitieren können, müssen jedoch noch weitere Studien durchgeführt werden.“

Abgrenzung von anderen Pankreaserkrankungen

Die Entwicklung der Moleküle wurde unter Federführung des Diplom Chemikers Dr. Boris D. Zlatopolskiy publiziert (Journal of Nuclear Medicine 2009; 50[11]: 1895-903; doi: 10.2967/jnumed.109.065623; Bioorganic & Medicinal Chemistry Letters 2009; 19[17]: 5151-4; doi: 10.1016/j.bmcl.2009.07.017).

Bereits bekannte, in ihrer Struktur den neu entwickelten verwandte Moleküle wurden in einer klinischen Studie mit 31 Patienten geprüft. Diese Prüfung zeigte, dass die Erkennung und Abgrenzung von anderen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse erleichtert wurde. Die Studie führte der Nuklearmediziner PD Dr. Andreas Buck, der aus der Ulmer Arbeitsgruppe stammt, an seiner neuen Wirkungsstätte, an der Technischen Universität München, durch (Journal of Nuclear Medicine 2008; 49[9]: 1437-44; doi: 10.2967/jnumed.108. 052027).

Die fächerübergreifende Zusammenarbeit u. a. von Medizinern, Biologen, Chemikern, Physikern, Pathologen und Statistikern sowie die Zusammenarbeit mit der Industrie ist eine Besonderheit des EU-Projekts namens „MolDiag-Paca“ (Novel molecular diagnostic tools for the prevention and diagnosis of pancreatic cancer; www.moldiagpaca.eu).

 

Uniklinikum Ulm/PH, Ärzte Woche 08 /2010

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