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Menschen & Taten 14. Dezember 2009

MedUni Wien: Drei junge Wissenschafter ausgezeichnet

Eine Rekordteilnahme an Einreichungen verzeichnete die MedUni Wien beim diesjährigen Preis der sanofi-aventis Stiftung. Aufgrund des hohen Niveaus wurden 3 Preisträger gekürt.

An die MedUni Wien ergingen heuer 25 Einreichungen, so viele wie noch nie. Besonders erfreulich war aber nicht nur die Quantität, sondern vor allem die Qualität der eingereichten Arbeiten. Deshalb entschied das Stiftungskuratorium bestehend aus Univ. Prof Dr. Otto Scheiner, Univ. Prof. Dr. Dontscho Kerjaschki und Univ. Prof. Dr. Ulrich Jäger, heuer 3 Preisträger zu ernennen. Dieser Entschluss ging mit der Verdoppelung der Preisgelder durch die MedUni Wien einher, sodass schlussendlich insgesamt € 18.000,-- auf die Preisträger entfallen.

Folgende Arbeiten wurden ausgezeichnet (die Aufzählung erfolgt in alphabetische Reihung):

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Dr. Nikolaus BINDER – Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Klin. Abt. f. Rheumatologie

Seine Erkenntnisse über die Auswirkungen des Fehlens des sogenannten Chemokinrezeptor 2 wurden in "Nature Medicine" veröffentlicht. Binder stellte fest, dass ohne Rezeptor Knochen widerstandsfähiger gegen Frakturen sind und es zu einer Erhöhung der Knochenmasse kommt. Gleichzeitig wird laut der Untersuchung die häufigste Erkrankungsform - die postmenopausale Osteoporose - verhindert. Der Grund für diese positiven Folgen: Ohne Rezeptor sind die Knochen abbauenden Zellen (Osteoklasten) in ihrer Wirkung stark eingeschränkt. Die Hoffnung für Patienten sind nun Medikamente, die den Rezeptor blockieren.

"Estrogen-dependent and C-C chemokine receptor-2-dependent pathways determine osteoclast behaviour in osteoporosis", Nature Medicine: published online 29 March 2009N.

Binder, B. Niederreiter, O. Hoffmann, R. Stange, Th. Pap, Th. Stulnig, M. Mack, R. Erben, J. Smolen, K. Redlich

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Mag. Dr. Johann HOLZMANN
– Research Institute of Molecular Pathology

Johann Holzmann vom Zentrum für Anatomie und Zellbiologie der MedUni Wien identifizierte in seiner Arbeit die molekularen Komponenten eines fragilen mitochondrialen Enzyms (RNA freies RNase P Enzym). Weiters wurde die Proteinzusammensetzung mittels Massenspektometrie ermittelt. Holzmanns Untersuchung wurde im Journal "Cell" publiziert.

"RNase P without RNA: Identification and Functional Reconstitution of the Human, Mitochondrial tRNA Processing Enzyme",  Cell 135, 462-474, October 31, 2008

J. Holzmann, P. Frank, E. Löffler, K. Bennett, Ch. Gerner, W. Rossmanith

 

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Dr. Thomas WEICHHART – Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Klin. Abt. f. Nephrologie und Dialyse
 

Neue Erkenntnisse über Kontrollmechanismen von Entzündungsreaktionen brachten Thomas Weichhart von den Universitätskliniken für Innere Medizin III 6.000 Euro Preisgeld ein. Der Nephrologe der MedUni Wien beschäftigte sich mit unerwünschten Nebenwirkungen des Medikaments Rapamycin nach Organtransplantationen. Das Arzneimittel enthält das Protein mTOR (mammalian Target of Rapamycin), welches das Überleben von Zellen beeinflusst. In seiner in der Zeitschrift "Immunity" veröffentlichten Studie beschäftigte sich Weichhart damit, wie das Protein Entzündungsreaktionen steuert. Seine Forschung weist auf neue Möglichkeiten zur therapeutischen Beeinflussung des Immunsystems bzw. zur Optimierung von Impfstoffen hin. Von den gewonnen Befunden werden Konsequenzen für Autoimmun-, Krebserkrankungen sowie für die Transplantationsmedizin erwartet.

"The TSC-mTOR Signaling Pathway Regulates the Innate Inflammatory Response", Immunity 29, 1-13 October 17, 2008

Th. Weichhart, G. Costantino, M. Poglitsch, M. Rosner, M. Zeyda, K. Stuhlmeier, Th.Kolbe, Th. Stulnig, W. Hörl, M. Hengstschläger, M. Müller, M. Säemann

Über die sanofi-aventis Stiftung:

Den Medizinischen Universitäten von Graz, Innsbruck und Wien wird seit 1964 jährlich ein namhafter Beitrag zur Verfügung gestellt. Jede Medizinische Universität ermittelt ihre Preisträger für sich. Die Preisverleihung erfolgt jeweils im Nachhinein für das abgelaufene Jahr. Die Preise werden von den Medizinischen Universitäten ausgeschrieben, Bewerbungen sind an dieMedizinischen Universitäten zu richten.

Die Preisträger werden von einem Kuratorium aus Professorinnen und Professoren an den Universitäten ermittelt. Sanofi-aventis ist in den Kuratorien vertreten, nimmt aber keinen Einfluss auf die Entscheidung.

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