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Foto: wikipedia
Jener Nährstoff, den die Bakterien zum Überleben brauchen, wurde identifiziert.
 
Wissenschaft & Lehre 1. September 2009

Salmonellen auf Zwangsdiät

Ohne Glukose haben die Bakterien wenig Chancen auf Vermehrung.

Neue Erkenntnisse eröffnen völlig neue Möglichkeiten, Salmonellen in Schach zu halten. Nun wird geklärt, ob die nicht funktionierende Glykolyse als Ausgangspunkt für nichtpathogene Impfstoffe taugt.

 

Salmonellen infizieren weltweit jährlich 20 Millionen Menschen; ein Prozent der Erkrankungen verläuft letal. Während der Infektion vermehren sich die Bakterien, obwohl sie bereits von Killerzellen des Immunsystems „umzingelt“ sind. Mit der richtigen Nahrung befallen sie diese problemlos – die Immunantwort verzögert sich.

Forscher aus Großbritannien haben herausgefunden, was die Salmonellen, während sie eine Infektion im menschlichen Körper verursachen, am Leben hält: Glukose. „Es ist das erste Mal, dass jemand die Nährstoffe identifizieren konnte, die die Salmonellen zum Leben brauchen“, erklärt Dr. Arthur Thompson, Institut für Nahrungsforschung, Norwich Research Park, Colney, Norwich.

Das bedeutet, dass Salmonellen ohne Glukose nicht leben oder sich zumindest nicht vermehren können. Die Forscher haben daraufhin eine Mutation der Salmonellen entwickelt, die keine Glukose in die Immunzellen transportieren können, die sie befallen, und auch keine Glukose als Nahrung verwenden können. Diese Mutanten stimulierten trotz fehlender Pathogenität das Immunsystem, sodass die Überlegung nahe liegt, mit diesen Mutanten einen Impfstoff zu entwickeln. Daher haben die Forscher auf die Mutanten bereits ein Patent angemeldet.

Die Grundidee, die nicht funktionierende Glykolyse als Ausgangspunkt für nichtpathogene Impfstoffe zu nehmen, könnte sich auch bei anderen Erregern als sinnvoll erweisen. Daher startet nun die Testreihe, ob die mutierten Erreger eine ausreichend protektive Immunantwort provozieren können.

Die Hoffnung besteht, bald ohne Angst vor den Folgen überall Tiramisu, Eis und Geflügel essen zu können.

 

Quelle: Bowden, S. D. et al. Infection and Immunity 2009; doi: 10.1128/IAI.00093-09

Der Hausarzt/PH, Ärzte Woche 36 /2009

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