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Leben 13. März 2017

Multiresistente Bakterien in der Donau

Im Rahmen der alle sechs Jahre stattfindenden „Joint Danube Survey“ untersuchten internationale Wissenschafter aller Staaten des Donau-Einzugsgebietes den ökologischen Zustand und die Wasserqualität der Donau. Die von der internationalen Kommission zum Schutz der Donau getragene Studie ist eine der größten multinationalen Fließgewässerexpeditionen. Im Rahmen der durchgeführten mikrobiologischen Untersuchungen, konnten multiresistente Keime im Flusswasser nachgewiesen werden, heißt es in einer Mitteilung der MedUni Graz.

20 Antibiotika wirkungslos

Über den gesamten Flussverlauf wurden Wasserproben genommen und multidisziplinär analysiert. Das Team um Dr. Clemens Kittinger und Dr. Gernot Zarfel vom Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Medizinischen Universität Graz war mit dem Auffinden von Antibiotikaresistenzen in Wasserproben betraut.

Die Wasserproben waren im Sommer 2013 von Mitarbeitern des Interuniversitären Zentrums für Wasser und Gesundheit in Wien genommen worden. Die Ergebnisse liegen nun in der Fachzeitschrift PLOS ONE vor. „In den genommenen Wasserproben konnten wir insgesamt Resistenzen gegen 20 von 21 getesteten verschiedenen Antibiotika nachweisen, die normaler Weise in diesen Bakterien nicht vorhanden sind“, berichtet Zarfel. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er die Resistenzmuster von Escherichia coli und Klebsiella spp. untersucht.

Gefährliche Entwicklung

Die Wissenschafter isolierten die klinisch relevanten Bakterien Escherichia coli und Klebsiella aus den Wasserproben und untersuchten diese auf erworbene Antibiotikaresistenzen. Dabei stellte sich heraus, dass über ein Drittel der Escherichia coli und rund 15 Prozent der Klebsiella- Isolate mindestens eine erworbene Resistenz aufwiesen, zehn Prozent waren sogar multiresistent. Zusätzlich suchten die Forscher gezielt nach den in Krankenhäusern gefürchteten Resistenzmechanismen, extended spectrum beta lactamase (ESBL) und Carbapenemasen, Enzyme, die wichtige Antibiotika wirkungslos werden lassen. Es wurden sogar Isolate gefunden, wie sie nur auf Intensivstationen beobachtet werden können.

Die Untersuchungen konnten zeigen, dass diese Bakterien nun auch im europäischen Flusswasser vorhanden sind. „Wie bedeutend der Anteil von Flüssen an der Verbreitung von Resistenzen ist, lässt sich zurzeit noch nicht sagen“, so Kittinger.

Spannend werde der Vergleich mit den geplanten Untersuchungen 2019, dabei werde sich zeigen, wie sich diese Problematik weiter entwickele, so Kittinger.

MedUni Graz, Ärzte Woche 11/2017

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