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Pulmologie 13. Jänner 2016

Warmer Winter dämpfte die Feinstaubbelastung

2015 waren die Emissionen aus dem Hausbrand niedriger als gewöhnlich. Inversionswetterlagen waren seltener.

Die Feinstaub-Belastung des vergangenen Jahres lag aufgrund des sehr warmen Wetters in den Wintermonaten deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre davor. In den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg war 2015 das bisher am niedrigsten belastete Jahr seit 2002, dem Beginn der flächendeckenden Messungen in Österreich.

Im Burgenland, in Kärnten, der Steiermark und Tirol war 2015 das Jahr mit der zweitniedrigsten Belastung (nach 2014). Das zeigen die vorläufigen Daten der Bundesländer und des Umweltbundesamtes. Der wesentlichste Faktor für die niedrige Belastung war (wie schon 2014) das – im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt – sehr warme Wetter in allen Wintermonaten (Jänner bis März sowie Oktober bis Dezember). Dadurch waren die Emissionen aus dem Hausbrand niedrig. Inversionslagen, d. h., Wettersituationen, in denen sich der Feinstaub in bodennahen Luftschichten anreichert, sowie grenzüberschreitender Schadstofftransport aus Ostmitteleuropa traten vergleichsweise selten auf.

Die vorläufige Feinstaubbilanz 2015 beruht auf vorläufigen Daten aus den Luftgütemessungen der Ämter der Landesregierungen und des Umweltbundesamtes. Der Grenzwert der EU-Luftqualitätsrichtlinie für PM 10 für den Tagesmittelwert (35 Tagesmittelwerte über 50 µg/m³ im Kalenderjahr) wurde im Jahr 2015 an drei Messstellen in Graz sowie an der Messstelle Leibnitz überschritten. Der strengere Grenzwert des Immissionsschutzgesetzes-Luft (25 Tagesmittelwerte über 50 µg/m³) wurde darüber hinaus an keiner weiteren Messstelle in Österreich überschritten. Zu den Hauptverursachern von PM 10 zählen der Verkehr, der Hausbrand und die Industrie.

Beim Verkehr ist ein Großteil auf Abgase von Diesel-Kfz und die Aufwirbelung von Straßenstaub zurückzuführen. Beim Hausbrand sind veraltete, mit Biomasse betriebene Einzelöfen für hohen Feinstaubausstoß verantwortlich. Im Bereich Industrie stammt ein wesentlicher Teil in den Städten aus der Bauwirtschaft, lokal aus industriellen Prozessen. Geregelt sind die Grenzwerte für Feinstaub im Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-Luft).

Umweltbundesamt, Ärzte Woche 1/2/2016

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