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© Tan Kian Khoon/fotolia.com
Über Haut und Lunge dringt das Gift in den Körper ein.
 
Neurologie 7. Jänner 2013

Pestizide lösen Parkinson aus

Dresdner Forscher haben den Mechanismus entschlüsselt, mit dem das Insektizid Rotenon Symptome der Parkinson-Krankheit auslöst und verstärkt. Dabei spielen Nervenverbindungen zwischen Darm und Hirn eine wesentliche Rolle.

Starre Muskeln und Tremor, die Hauptsymptome des Morbus Parkinson, werden dadurch verursacht, dass Nervenzellen in der Substantia nigra des Mittelhirns, die Dopamin produzieren, absterben. Doch auch Einflüsse von außen vermutet man als Ursache der Krankheit. So haben einige Studien auffallend deutlich gezeigt: Menschen, die in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten und dabei Pestiziden ausgesetzt sind, erkranken häufiger an Parkinson.     

Rotenon ist in einigen Ländern, z. B. in der Schweiz und in Spanien, als Insektizid zugelassen. In den USA wird Rotenon eingesetzt, um Seen von Fischen zu „reinigen“, um dort neue Fischbestände anzusiedeln. Über die Haut oder die Lunge kann das Gift in den Körper eindringen.

Der Mechanismus, mit dem dieses Gift Symptome der Parkinson-Krankheit auslöst und verstärkt, wurde nun entschlüsselt: Rotenon verursacht, dass Nervenzellen im Darmtrakt das Protein Alpha-Synuclein ausschütten. Dieses wird dann von den Nervenenden der Nervenzellen im Gehirn aufgenommen und zum Zellkörper transportiert. Im Zellkörper lagert sich das Alpha-Synuclein ab und zerstört die Zellen. Werden gezielt die entscheidenden Nerven, die Darm und Gehirn verbinden, im Darmbereich von Mäusen durchtrennt, findet dieser Ablauf nicht mehr statt. Als Folge kann das Alpha-Synuclein die Neuronen des Mittelhirns nicht mehr erreichen und die Parkinson-ähnlichen Symptome werden stark reduziert.

Pan-Montojo F et al.: Nature Scientific Reports 2012, 2: 898

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