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Allgemeinmedizin 23. November 2012

Rasch von A nach B - aber ...

Unzulässige Besserstellung des Flugverkehrs verursacht hohe Gesundheitskosten

Das Auto und seine Kosten prägen aktuell wieder die Tagespolitik. Der VCÖ liefert auch gleich die passende Studie dazu, wonach der Kfz-Verkehr 2.300 Mio. Euro an Gesundheitskosten verursacht. Eine Gesamtbetrachtung der Verkehrsträger wird allerdings vermieden, denn diese könnte das Bild stören.

 

So genießt das Fliegen als ökologisch schlechteste Art der Fortbewegung die umfangreichsten Steuererleichterungen wie z.B. Mineralölsteuer-, Mehrwertssteuer- und Grundsteuerbefreiung, die damit wesentlich zu dem vom VCÖ mit 1,041 Millionen Euro bezifferten Gesamtkosten des Flugverkehrs beitragen [1].

Für verkehrsberuhigte Orte müssen Autofahrer Umfahrungen in Kauf nehmen. Dagegen werden Flugrouten möglichst kostengünstig, daher kurz und direkt über die Ortszentren gelegt. Dies ohne UVP und somit ohne Vorwarnung und Mitspracherecht für die Bürger - etwas, was in Zusammenhang mit den EU-rechtswidrig ohne UVP erfolgten Flughafenausbauten von der Generalanwältin der EU mit Schadensersatzansprüchen in Zusammenhang gebracht wird.

Die Gesundheitswirkung des Flugverkehrs wird entgegen besserem Wissen in Abrede gestellt. So ist zwar bekannt, dass Fluglärm auf Grund der Art des Lärms bei gleichen Dauerschallpegel um einiges gesundheitsschädlicher ist, als der Lärm anderer Verkehrsträger. Trotzdem werden dem Flugverkehr höhere Grenzwerte zugestanden.

Auch dass der von Wien-Schwechat ausgehende Flugverkehr bereits 2005 genauso viele Partikel produziert hat, wie der PKW-Verkehr in Wien und NÖ zusammen, wird ignoriert, indem man das Gewicht und nicht die Anzahl der Partikel bewertet. Damit werden die wesentlich gefährlicheren weil kleineren Partikel des Flugverkehrs elegant für irrelevant erklärt.

Selbst wenn Autofahrer die eine und der Flugverkehr eine andere Lobby haben, ist eine solche Ungleichbehandlung der beiden Verkehrsträger abzulehnen.

Vom VCÖ werden alleine die Gesundheitskosten des Fluglärms mit 138 Mio. Euro pro Jahr beziffert [1]. Ein guter Teil davon wäre leicht vermeidbar. So belaufen sich die Gesundheitskosten der Abflugroute Liesing, die 2004 unnötigerweise ausgerechnet über dichtest besiedeltes Gebiet mit 100.000 Menschen gelegt wurde, auf rund 18 Millionen Euro pro Jahr, davon mindestens zwölf Millionen Euro an direkten Gesundheitskosten [2] und geschätzte weitere sechs Millionen Euro an indirekten Gesundheitskosten. Weitere Auswirkungen wie die schlechtere kognitive Entwicklung von Kindern sind hier noch nicht berücksichtigt.

Die BI "Liesing gegen Fluglärm" fordert daher eine transparente Darstellung der Kosten nach Verkehrsträgern sowie eine vernünftige Luftverkehrspolitik, welche die Anzahl der Fluglärmbetroffenen tatsächlich minimiert, womit beträchtliche Summen einzusparen wären.

Quellenangaben:

[1]: http://www.ots.at/redirect/factsheet

[2]: http://www.ots.at/redirect/umwegkosten

 

http://fluglaerm23.at

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