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Infektiologie 29. Juni 2012

Baden in der Mur gesundheitsgefährdend?

Eine bakteriologische Studie attestiert dem Fluss in der Steiermark, kein Badegewässer zu sein.

Die Studie über die Wasserqualität der Mur sorgt für Aufmerksamkeit. Dies deshalb, weil sie speziell in Graz im Sommer von Kajakfahrer und Surfern genutzt und nicht zuletzt für das geplante Grazer Murkraftwerk mit einer Ausweitung des Freizeit- und Erholungsangebots am Fluss geworben wird. Die Landessanitätsdirektion meinte dazu, die Ergebnisse seien wenig überraschend und ohnedies öffentlich gemacht worden.

 

Die bereits 2009/2010 erstellte und 2011 publizierte Studie des Hygienikers Franz Mascher war von der Kronenzeitung aufgegriffen worden. Dabei wurde auch die Frage aufgeworfen, warum die Ergebnisse nicht bekanntgemacht worden seien und vom Land heruntergespielt würden.

"Eine Bewertung auf Basis der Anforderungen für Badegewässer weist die Mur als ungeeignet für Bade- und vergleichbare Freizeitnutzungen aus", heißt es in der Zusammenfassung. Und: "Aus volksgesundheitlicher Sicht ist es zumindest erforderlich, die Bevölkerung auf mögliche Gesundheitsgefahren bei einer Nutzung der Mur für Badezwecke und Wassersport zu informieren."

Risiko, aber keine Gefährdung der Gesundheit

Landessanitätsdirektor Dr. Odo Feenstra verwies darauf, dass die Studie u.a. auf der Homepage der Sanitätsdirektion nachzulesen sei. Dass die Mur, wenngleich sie von der Gewässergüte her bei 1 bis 2 liege, in bakterieller Hinsicht belastet ist, sei nicht gerade neu: "Das ist tradiertes Wissen". Wolle man trotzdem Abkühlung im Nass der Mur suchen, könne man von einem Risiko, nicht aber explizit von Gesundheitsgefährdung sprechen. Dies sei bei den meisten anderen Oberflächenfließgewässern nicht viel anders.

Studie:

Die Studie wurde erstellt durch das Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Medizinischen Universität Graz.

Im Rahmen dieser Studie wurde versucht den anthropogenen Einfluss auf die Mikrobiozönose der Mur durch den Nachweis der bakteriellen Fäkalindikatoren Fäkalcoliforme, Escherichia coli, Enterokokken und Salmonellen zu quantifizieren.

 

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