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Pulmologie 22. November 2011

Kein blauer Dunst in britischen Autos

BMA: Menschen sollen vor den Gefahren des Passivrauchens geschützt werden.

Die British Medical Association (BMA) fordert nach einer erneuten Beurteilung der Gefahren für die Gesundheit eine Ausweitung des Rauchverbots in öffentlichen Räumen.

Die Wissenschaftler betonen, dass die Giftstoffwerte in einem Auto um bis zu 23 Mal höher sein können als in einer verrauchten Bar. Die Action on Smoking and Health (ASH) hat ihrerseits Forschungsergebnisse präsentiert, wonach auch andere Optionen berücksichtigt werden sollten.

Die ASH geht davon aus, dass ein sofortiges Verbot kontraproduktiv sein könnte. Es sei notwendig, einen gemeinsamen Konsens zu finden, und erst dann entsprechende Maßnahmen zu setzen. Informationskampagnen könnten ebenfalls eine größere Wirkung haben als ein Verbot, berichtet die BBC. Die British Medical Association fordert jedoch ein strikteres Vorgehen. Ein Rauchverbot im Auto – das auch dann gilt, wenn es keine Mitfahrer gibt – sei die beste Möglichkeit, Kinder und Nichtraucher zu schützen.

Vivienne Nathanson, wissenschaftliche Leiterin der BMA, räumt jedoch ein, dass ein Verbot ein mutiger Schritt wäre. Der Expertin zufolge belegen die vorliegenden Forschungsergebnisse die Notwendigkeit einer Ausweitung des Rauchverbots. Bis jetzt gibt es in ganz Großbritannien kein Rauchverbot in Autos. In Teilen von Kanada, Amerika und Australien sowie in ganz Südafrika besteht das Verbot bereits. In diesen Ländern soll das Rauchen jedoch nur dann verhindert werden, wenn Kinder mitfahren.

Laut der BMA wäre ein generelles Verbot besser, da es einfacher zu überwachen sei. Davon würde auch die Sicherheit im Straßenverkehr profitieren. Asthma UK und die British Heart Foundation sprachen sich in ihren Reaktionen ausschließlich für den Schutz von Kindern vor dem Passivrauch in Autos aus. Forest, eine Organisation, die die Interessen der Raucher vertritt, betont dagegen, dass es keine Rechtfertigung für ein Verbot gibt. Von einem Rauchverbot in den eigenen vier Wänden sei man dann nicht mehr weit entfernt.

Broschüre der BMA zum Download: http://www.bma.org.uk/health_promotion_ethics/tobacco/smokinginvehicles.jsp

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