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Foto: Privat
Inge Smolek, Redaktion Ärzte Woche, Fokus Pneumologie
 
ÖGP 2010 2. November 2010

Vom Recht auf saubere und gesunde Luft

Editorial Fokus Pneumologie

Atmen heißt Leben. Wir brauchen gute Luft, ohne Kontamination und Feinstäube. Lungengängige Partikel richten in den Alveolen des Atmungsorgans Schaden an. Die Folgen reichen von Herz-Kreislauferkrankungen, Asthma und COPD bis zum Lungenkarzinom.

Dennoch ist reine Luft keine Selbstverständlichkeit. Wie sonst ist zu erklären, dass die heimischen Pneumologen als Anwälte der Lungengesundheit Lobbyismus gegen das Rauchen betreiben?

Rauchen schadet, das steht in schwarzen Lettern auf jeder Zigarettenpackung. Entscheidende Verhaltensänderungen herbeizuführen, gehört aber zum Schwierigsten überhaupt. Dabei schmecken des Österreichers liebste Speisen – Fritattensuppe, Wiener Schnitzel und Kaiserschmarren – ohne Rauchschwaden viel besser als neben glimmenden Zigaretten. Raucher würden sich beschweren, wenn sie in einer Garage neben laufenden Motoren speisen müssten. Die Feinstaubemission ist dort allerdings geringer als im verrauchten Lokal.

Freilich, es ist nicht einfach, auf das gemütliche Pofeln in trauter Runde zu verzichten. Klar, die Wirte befürchten, ihre treue Raucher-Kundschaft zu verlieren und wirtschaftliche Einbußen hinnehmen zu müssen. Unklar bleibt, wie viele verärgerte Kunden den Lokalbesuch wegen der Rauchbelästigung verweigern. Positive Beispiele aus anderen Ländern werden geleugnet.

Umso wichtiger, dass die Lungenfachärzte sich nun zu Anwälten für Lungengesundheit erklären und vehement gegen das Rauchen auftreten. Es wäre fein, wenn Ärzte dabei nicht als stille Beobachter verharrten, sondern sich einmischten. In der Ordination ebenso wie in der Öffentlichkeit, und sei es nur bei Antiraucher-Initiativen auf Facebook.

Rauchen ist einfach nicht „cool“. Wenn die Gelegenheit dazu eingeschränkt wird, haben es Jugendliche leichter, in der Peergroup als Nichtraucher zu bestehen. Sie haben schließlich ein Recht auf gute Luft zum Atmen.

Inge Smolek, Ärzte Woche 44 /2010

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