zur Navigation zum Inhalt
 
Infektiologie 1. April 2010

170 Jahre Streit der Wiener Ärzte für ein hygienisch einwandfreies Trinkwasser

Die Wasserversorgung beruhte in den 1830er Jahren vorwiegend auf aus dem vielfach verunreinigten Grundwasser schöpfenden Hausbrunnen und der Donau-Uferfiltrat in beschränktem Ausmaße liefernden Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung. Nach vielen Untersuchungen über Mengen und Qualität von möglichen Wasserspenden und kontroversiellen Diskussionen zwischen Wiener Politikern und der Gesellschaft der Ärzte lehnte letztere die Verwendung von Oberflächenwasser strikt ab. Im Oktober 1865 verlangte sie, dass der Kaiserbrunnen im Höllental und zwei weitere Gebirgsquellen als Wasserspender verwendet werden sollen. Nach anfänglichem heftigem Widerstand im Gemeinderat und Ausbruch einer Cholera-Epidemie in Wien begann der Bau der I. Wiener Hochquellenwasserleitung, die 1873 eröffnet wurde. Wegen der ungenügenden Wassermengen wurde die Gesellschaft der Ärzte mit weiteren wasser-hygienischen Untersuchungen, insbesondere ab der Gründung des Hygiene-Instituts 1875, wieder sehr aktiv. Das Ergebnis war die Errichtung und 1910 Eröffnung der II. Wiener Hochquellenwasserleitung. Eine Bedrohung, die stets abgewehrt werden musste, waren die Pläne für exzessive touristische Nutzungen der Quellschutzgebiete.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben