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Foto: wikipedia
Bald soll ein Schnelltest vor Vergiftungen schützen.
 
Allgemeinmedizin 31. März 2010

Nervengifte in Meeresfrüchten

Ballastwassertanks transportieren Toxine um die Welt. Substanzen aus Mikroalgen, sogenannte Phycotoxine, können sich in Fischen, Muscheln und Krebsen anreichern und zu schweren Vergiftungen führen.

Französische Mikrobiologen haben die Mechanismen von zwei Algengiften erforscht, um herauszufinden, wie und warum sie neurologische Symptome hervorrufen. Die beiden untersuchten Phycotoxine, ein Spirolid und ein Gymnodimin, sind schnell wirkende Gifte, die im Mäuseversuch innerhalb weniger Minuten zum Tod führten. Die Gifte blockieren den nikotinischen Acetylcholinrezeptor (nAChR). Durch diese Blockade kommt es zu Ausfällen und Störungen der Muskeln. „Bekannt ist, dass in Ballastwassertanks von Schiffen solche einzelligen Algen, die diese Gifte produzieren, rasch um die Welt transportiert werden können“, warnt Erstautor Prof. Dr. Yves Bourne. 1991 wurden Muschelkontaminationen erst in Kanada und später vor der Küste Norwegens, Spaniens und Tunesiens bekannt. 2005 haben Behörden im Becken von Arcachon, der französischen Austernregion, kontaminierte Schalentiere entdeckt und kurzfristig Verkaufsverbote verhängt. Nun sollen Schnelltests entwickelt werden, mit denen die Präsenz solcher Gifte im Muschelfleisch nachgewiesen werden kann.

Quelle: Bourne, Y. et al.: Proceedings of the National Academy of Sciences 2010; doi: 10.1073/pnas.0912372107

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