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Komplementärmedizin 20. September 2011

"TAO der Lunge" - TCM Kongress in Wien

Interview mit Kongressleiter Dr. Peter Aluani zum 8. TCM Kongress in Wien.

Die Lunge ist aus Sicht der TCM der Ort der Energiebildung, der „Herr des Qi“, das Zentrum der Abwehrenergie. Sie ist die obere Quelle des Wassers, der Rhythmusgeber, aber auch zuständig für Kontakt und Berührung, sowie für die Grenzen des Körpers und der Psyche. Schon aufgrund der Fülle dieser Aufgaben ist dieser Funktionskreis sehr wichtig für die Arbeit jeder TCM-Therapeutin und jedes TCM-Therapeuten.

Lunge: Immunsystem und Hauterkrankungen

Das gesamte Immunsystem, die Allergien, die Hauterkrankungen, die Steuerung der Schweißsekretion bis hin zu den psychischen Aspekten wie Trauer, auch die Thematik der Körperseele Po – all das wird von renommierten internationalen und einheimischen Referenten in praxisnahen Workshops beleuchtet.

„Burnout – Infektanfälligkeit – Allergieneigung“

Als Spezialevent wird im Rahmen des TAO-Kongresses am 24. September 2011 der 2. Subhealth-Kongress in Europa mit den Themen „Burnout – Infektanfälligkeit – Allergieneigung“ unter Beteiligung berühmter chinesischer Universitätsprofessoren aus Shanghai und Macao stattfinden.

Die Ärzte Woche sprach mit dem Kongressleiter Dr. Peter Aluani.

Ist der TCM-Kongress in seinem achten Jahr als arriviert zu bezeichnen?

Aluani: Ja, ganz bestimmt. Er ist jetzt seit Jahren die mit Abstand größte Veranstaltung für Traditionelle Chinesische Medizin in Österreich. Der Kongress ist nicht nur in Österreich bekannt, wir haben ja auch sehr intensive partnerschaftliche Beziehungen zu den Kongressen in Deutschland und in der Schweiz, sodass der Tao-Kongress im gesamten deutschsprachigen Ausland sehr bekannt und schon eine richtige Marke geworden ist.

Ich denke, dass fast alle, die an TCM in Österreich interessiert sind, den Kongress besuchen. Viele Kollegen kommen auch aus dem Ausland – in erster Linie aus Deutschland –, weil sie unsere familiäre Atmosphäre schätzen.

Haben Sie die Struktur des Kongresses über die Jahre verändert, und wenn ja, in welcher Art?

Aluani: Die Struktur des Kongresses ist im Wesentlichen gleich geblieben – am Donnerstag haben wir eine Art Vorkongress, wo wir längere Einheiten (meist Halbtages- oder Ganztagesworkshops) durchführen, wo der Referent ganz intensiv auf ein Thema eingehen kann.

Freitag und Samstag ist der Kernkongress. Am Vormittag haben wir das Plenum und am Nachmittag 90-minütige Workshops. Ein wichtiges Ziel bei den Workshops ist für mich immer die Praxisnähe, der Teilnehmer muss das Gehörte sofort am nächsten Tag in der Praxis anwenden können. Diesen Auftrag haben die Referenten immer von mir.

Am Samstagvormittag haben wir diesmal gleich zwei Veranstaltungen parallel. Einerseits findet ein Sondersymposium mit dem Thema „Subhealth – Burn out – Infektanfälligkeit – Allergieneigung“ statt, wo auch Professoren der Universität Shanghai auftreten, und andererseits gibt es eine Veranstaltung zu verwandten Themen wie Implantatakupunktur, Lasernadelakupunktur und biologische Regulationstechniken.

TAO der Lunge: Wie relevant ist dieser Funktionskreis für den praktizierenden Arzt?

Aluani: Der Funktionskreis Lunge- Dickdarm ist gerade für die Praxis von überragender Bedeutung, denn der Funktionskreis Lunge repräsentiert in der TCM vor allem das Immunsystem. Allergien, Infektanfälligkeit bis hin zum Asthma, aber auch die Haut gehören dazu. Gerade diese Erkrankungen sind in der täglichen Praxis besonders häufig und können mit den Techniken der TCM sehr effektiv behandelt werden.

Aber auch psychische Themen sind ein wichtiger Teil, da jeder Funktionskreis natürlich auch einen psychischen Bezug hat – nämlich bei der Lunge Trauer und Depression. Die Lunge ist aber aus Sicht der TCM auch einer der wichtigsten Energieproduzenten. Die Lunge hat daher eine zentrale Stellung bei der Entstehung von Beschwerden in unserer modernen Welt.

Welche Veranstaltungen möchten Sie besonders hervorheben?

Aluani: Einerseits möchte ich natürlich, wie oben erwähnt, auf unser Sondersymposium mit den chinesischen Professoren aufmerksam machen, anderseits darf ich wirklich auf die Fülle an international bekannten Referenten aufmerksam machen, die man in dieser Dichte in Österreich nur beim Tao-Kongress findet.

Wie steht es um die Traditionelle Chinesische Medizin in Österreich?

Aluani: Ich denke, die Traditionell Chinesische Medizin wird in Österreich immer stärker. Es gibt ja das Ärztekammerdiplom für chinesische Diagnostik und Arzneimittelkunde, das mit seinen 500 Ausbildungsstunden eine sehr gute qualitative Ausbildung bietet und das von immer mehr Ärzten in Österreich gemacht wird.

Da in Österreich ausschließlich Ärzte Akupunktur und chinesische Kräutertherapie anwenden dürfen (im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz, wo es ja Heilpraktiker gibt) ist die Dichte der Therapeuten natürlich nicht ganz so hoch, aber ich denke trotzdem, dass es ganz wichtig für die Sicherheit des Patienten ist, das auch ein TCM-Therapeut über gute schulmedizinische Kenntnisse verfügt.

Das Ziel ist ja die integrative Anwendung von Schulmedizin und TCM je nach ihren Stärken. Die Nachfrage in der Bevölkerung ist auf Fälle sehr hoch und in den letzten Jahren deutlich gestiegen, sodass die Therapeuten oft die Nachfrage gar nicht bewältigen können.

Wie viele Teilnehmer erwarten Sie in diesem Jahr?

Aluani: Wir erwarten etwa 300 Teilnehmer.

Was wünschen Sie sich für Ihren Kongress?

Aluani: Ich wünsche mir, dass der Kongress wirklich „die“ TCM-Plattform für alle TCM-Gesellschaften ist, der Treffpunkt für die Therapeuten, wo man sich einmal im Jahr trifft, austauscht, tolle Referenten sieht und einfach viel für sich und für seine Arbeit mitnimmt, und das in einer angenehmen, entspannten Atmosphäre unter Freunden.

Gibt es bereits Pläne für den TCM-Kongress 2012?

Aluani: Der nächste Kongress findet wieder Ende September, diesmal wieder in Graz, statt. Das Thema wird im Rahmen unseres Kongresses bekanntgegeben.

Das Interview führte Dr. Renate Höhl.

8. Internationaler TCM Kongress

Donnerstag 22. bis Samstag 24.09.2011
Universität Wien, Pharmaziezentrum UZA II
1090 Wien
www.tcmkongress.at

 

Gespräch mit Dr. Peter Aluani, komplementärmedizin 3/2011

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