zur Navigation zum Inhalt
Foto: SylviaZimmermann-fotalia.com
Goji Beeren haben auch in unseren Breiten in der letzten Zeit an Bekanntheit gewonnen. In der TCM sind diese Beeren seit langem in Verwendung.
Foto: pm-fotalia.com

Die TCM unterscheidet fünf Elemente, die in wechselseitiger Beziehung zueinander stehen.

Foto: Christoph-S._pixelio.de

Die Produkte, aus welchen die Traditionelle Chinesische Medizin heilende Substanzen gewinnt, sind vielfältig.

Foto: Privat

Mag. rer. nat. Martin Nemecz, Gründer und Inhaber der Maximilian Pharma

 
Komplementärmedizin 30. März 2011

Moderne Rezepturen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin

Norewell® – eine Marke der Maximilian Pharma – stellt sich vor.

Wir haben mit Mag. rer. nat. Martin Nemecz, Gründer und Inhaber der Maximilian Pharma, über seine TCM-Produkte gesprochen. Sie sind unter dem Markennamen Norewell® erhältlich. „Mehr Wohlbefinden durch TCM-Kräuterkapseln“ ist ein Leitspruch dieser Produktlinie.

 

Herr Mag. Nemecz, Ihre Firma „Maximilian Pharma“ ist relativ jung. Wann wurde sie gegründet?

Nemecz: Die Maximilian Pharma habe ich im April 2008 gegründet; das heißt, wir haben heuer das dreijährige Jubiläum. Meine Vorgeschichte in kurzen Worten: Zwei Jahre in der präklinischen Forschung am AKH Wien – Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Diabetologie –, dann fast acht Jahre in der pharmazeutischen Industrie, wobei ich etwa ein Jahr bei Baxter in der Produktion und sieben Jahre bei Torrex Pharma gearbeitet habe. Diese Firma hatte den Vorteil, durch ein kleines Team in Österreich vertreten zu sein, und dies wiederum bedeutete für jeden einzelnen Mitarbeiter, Einblick in alle Bereiche zu erhalten und überall mit anzupacken. Hier habe ich viel gelernt. Mein Spezialgebiet war Regulatory Affairs, also Arzneimittelzulassung, und darauf aufbauend die Bereiche Pharmakovigilanz, Marketing und Logistik.

 

Was unterscheidet Ihre Firma von einer „klassischen“ Pharmafirma?

Nemecz: Der größte Unterschied ist, dass es sich bei meiner Firma derzeit noch um einen Ein-Mann-Betrieb handelt. Aber auch wenn es ein Ein-Mann-Betrieb ist, habe ich dieselben Auflagen zu erfüllen wie jede andere Pharmafirma auch, wie selbst milliardenschwere Pharmakonzerne.

 

Welche Produkte sind unter der Dachmarke Norewell® derzeit zu finden?

Nemecz: Zurzeit beinhaltet die Marke Norewell® ausschließlich Kräuterkapseln. Diese Kräuterkapseln haben zum Inhalt Pflanzenextrakte, welche in der Traditionellen Chinesischen Medizin und der traditionellen chinesischen Ernährungslehre seit fast 2.000 Jahren Anwendung finden.

 

Wie ist Ihr persönlicher Zugang zur Kräuterkunde im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin?

Nemecz: Als gelernter Biologe war die Botanik ein Teil meiner Ausbildung; die medizinische Verwendung der Pflanzen hat mich schon immer interessiert. Mein Interesse an der Traditionellen Chinesischen Medizin rührt daher, dass diese die älteste und am besten dokumentierte Medizinrichtung ist. Zudem ist die TCM modern geblieben, das heißt, es gibt in China sehr viele klinische Studien, welche sich mit Heilkräutern befassen und welche nach westlichen Standards herauszufinden versuchen, warum und wie sie wirken.

 

Mit welchen Problemen sind Sie konfrontiert, wenn Sie standardisierte Kräutermischungen nach TCM-Rezept entwickeln und produzieren?

Nemecz: In Ihrer Frage stecken zwei komplexe Themenkreise:

Erstens, in Europa regiert der Irrglaube, dass die TCM ausschließlich mit Individualtherapien arbeitet. Dies ist aber tatsächlich nicht der Fall. Europäer davon zu überzeugen, dass nach der komplexen Rezeptur der TCM Kräuter in einer Kapsel enthalten sein können, ist eines meiner Probleme.

Der zweite Problemkreis umfasst die Qualität der Ausgangsmaterialien. Woher bezieht ein Europäer diese? Im chinesischen Bereich einen verlässlichen Produzenten zu finden, ist allein schon wegen der Sprachbarriere problematisch. Ich hatte das Glück, auf eine deutsche Firma zu stoßen, die Firma Phytocomm aus Kehl mit ihrem Inhaber Hannes König, die sich seit mehr als zehn Jahren mit dem Thema TCM-Kräuter befasst. Mir ist wichtig, über das Ursprungsland und die Anbaubedingungen der Kräuter Bescheid zu wissen. Die Erfahrungen der Firma Phytocomm auf diesem Gebiet bieten beste Voraussetzungen für eine hohe Qualität der Kräuter.

 

Das heißt, Sie haben Partner, mit denen Sie zusammenarbeiten?

Nemecz: Ja, weil dort das notwendige Know-how vorhanden ist, werden unsere Kapseln am Ort des Ursprungs der TCM in China/Taiwan, in einer der Partnerfabriken von Herrn König, produziert. Angefangen vom Anbau der Kräuter über deren Ernte und Trocknung hat auch dort bereits GMP Einzug gehalten. Wir arbeiten mit Kräuterextrakten, das heißt, die Wirkstoffe werden aus den Kräutern extrahiert, was eine gleichbleibende Qualität und vor allem auch eine gleichbleibende Quantität unserer Produkte gewährleistet.

Hier geht es nicht nur um Vertrauen, sondern um standardisierte pharmazeutische Regeln und Abläufe: Die Kräuterkapseln werden in Deutschland vom Rückstandsanalytiklabor der Sebastian Kneipp Forschung nachanalysiert. Dieses Forschungslabor ist ein Partner der Phytocomm. Dort werden unsere Kapseln genau auf Schwermetalle und Pestizidrückstände überprüft. Erst mit einem solchen europäischen Analysenzertifikat werden die Produkte für den Markt freigegeben.

 

Welche Indikationsgebiete bestreiten Sie derzeit mit Norwell®-Produkten, und auf welche Gebiete möchten Sie Ihre Produktpalette ausweiten?

Nemecz: Zurzeit gibt es drei unterschiedliche Kräuterkapseln. Das erste Produkt heißt JinLi. Die Komplexmittel in der TCM haben alle sehr blumige Bezeichnungen. JinLi heißt „Kraft“ und ist ein Komplexmittel aus sechs Kräutern, das ein generelles Tonikum ist und das Immunsystem unterstützt. Weiters gibt es Xiaohua, das bedeutet „Darm“, ein Komplexmittel aus sechs Kräutern für den Anwendungsbereich Verdauungsbeschwerden. Die dritte Kräuterkapsel heißt Laodama, was so viel wie „gnädige Frau“ bedeutet. Sie beinhaltet sieben Extrakte, die bei menopausalen Beschwerden Anwendung finden.

 

Mit wie vielen Partnern arbeiten Sie zusammen?

Nemecz: Im Bereich der TCM habe ich vier Kooperationspartner. Die Maximilian Pharma befasst sich aber auch mit klassisch-westlichen Pharmaka; hier habe ich etwa zehn Partner.

In welchen Ländern vertreiben Sie Ihre Produkte?

Nemecz: Aus Kapazitätsgründen bin ich derzeit nur in Österreich tätig. Ich plane aber, zumindest den deutschen Markt zu erschließen. Ich bin auf der Suche nach möglichen Kooperationspartnern.

Die Ausweitung meiner Aktivitäten hängt neben den personellen Ressourcen auch von den finanziellen Möglichkeiten ab, da ein Produktlaunch eine Menge Mittel benötigt.

 

Was planen Sie, was wünschen Sie sich für das Jahr 2011?

Nemecz: Ich plane, für die Norewell®-Linie 2011 zwei weitere Produkte herauszubringen: Ein Erkältungsmittel und ein natürliches Kalziumpräparat, im Sinne der Schönheit und Gesundheit von innen und außen – Stichwort „anti-aging“.

Mein größter Wunsch ist ein weiteres stabiles Wachstum der Marke Norewell®.

 

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Nemecz: Wachstum wird in den nächsten Jahren auch noch stattfinden, und ich gehe auch davon aus, dass ich in den kommenden zehn Jahren weiter der Firma angehören werde.

Ich hoffe und würde mich freuen, wenn die Maximilian Pharma in den kommenden zehn Jahren zum fixen und nicht wegzudenkenden Bestandteil der österreichischen Pharmalandschaft wird. Mit diesem Ziel habe ich die Maximilian Pharma auch gegründet; ich werde die Firma später gerne meinen Kindern übergeben, damit sie eine stabile Basis haben, um ihre eigenen pharmazeutischen Ideen zu verwirklichen – wenn sie das einmal wollen.

 

Das Gespräch führte Dr. Renate Höhl

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben