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Komplementärmedizin 30. September 2009

Blauer Laser lässt Chinas Herzen langsamer schlagen

Erste Daten zur innovativen Akupunktur vom TCM-Forschungszentrum der MedUni Graz.

Im Rahmen einer Forschungskooperation zwischen Österreich und China wurden von Grazer Forschern erste wissenschaftliche Resultate zu einer neuen Akupunkturmethode, der „Blauen Lasernadelakupunktur“, publiziert.

Der blaue Laser wurde nun erstmals wissenschaftlich untersucht. Wenngleich die Kosten eines blauen Lasers derzeit noch etwa das Zehnfache eines roten Lasers betragen, so kann man mit blau-violetten Wellenlängen in einem Bereich von 405 Nanometer und einem speziell fokussierten Strahl trotz geringer Eindringtiefe deutliche reproduzierbare Effekte, wie etwa Steigerungen der Durchblutung in kleinsten Gefäßen, während und nach einer Akupunktur erzielen.

„Die Auslösung eines für die Nadelakupunktur typischen DeQi-Gefühls, welches sich als leichtes elektrisches Kribbeln äußert, ist mit dem blauen Laser zumindest in ähnlicher Weise möglich“, so Prof. DI DDr. Gerhard Litscher, MedUni Graz. Für Chinesen ist das Empfinden dieses DeQi-Gefühls bei der Akupunktur eine wichtige Prämisse, um eine erfolgreiche Behandlung durchzuführen. Dreizehn untersuchte erwachsene Chinesen berichteten alle von einem sofortigen tief empfundenen Reiz. „Der Effekt ist vergleichsweise nicht ganz so stark wie ein Ameisenbiss, jedoch länger anhaltend“, so eine chinesische Probandin.

Wurde der Akupunkturpunkt Neiguan stimuliert, so kam es zu einem signifikanten Absinken der Herzrate in Verbindung mit einem angenehmen, stressreduzierenden Gefühl. Diesem speziellen Punkt, der auch als „Perikard 6“ bezeichnet wird und sich im Bereich der Handgelenksfalte befindet, wird nach Vorstellungen der TCM eine kreislaufregulierende Wirkung zugesprochen. Die Effekte traten in einer Kontrolluntersuchung, bei der der blaue Laser deaktiviert war, nicht auf.

Weitere Untersuchungen, vor allem ob sich dieser Effekt auch bei Europäern in gleichem Ausmaß zeigt, sind im Gange. In Zukunft könnte das Verfahren bei Patienten mit Bluthochdruck oder generell bei altersbedingten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems als schonende, regulative Methode additiv eingesetzt werden. Vorher sind allerdings noch zahlreiche Grundlagenstudien durchzuführen. Die interessanten Ergebnisse werden in der Oktoberausgabe des North American Journal of Medical Sciences (www.najms.org) erscheinen.

 

 

 

Im Rahmen des 6. Internationalen TCM-Kongresses, der vom 1. bis 3. Oktober in Vösendorf bei Wien stattfindet, werden die Ergebnisse präsentiert.

http://tcmkongress.at

MedUni Graz/PH, Ärzte Woche 40 /2009

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