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Praxis 9. Februar 2015

Mobile App für Essstörungen

„Jourvie“ will Rückfällen entgegenwirken.

Eine App soll Patienten mit Essstörung zu mehr Eigenverantwortung verhelfen. Kern der Applikation: Ein digitales Essprotokoll, das sich mit dem Therapeuten teilen lässt.

Die Behandlung von Magersucht, Bulimie oder Esssucht ist oft langwierig und von Rückschlägen gezeichnet. Das Berliner Start-up Jourvie hat deshalb eine App entwickelt, die den Behandlungserfolg von Menschen mit Essstörung verbessern soll. Entwickelt wurde die App mit der fachlichen Beratung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Charité Berlin.

Die App bietet für die meist jungen Patienten einige Vorteile: So können sie mit einem digitalen Protokoll ihr Essverhalten diskret und zeitnah erfassen. Denn das Ausfüllen von Papierprotokollen während der Therapie stellt oft ein Hindernis dar. „Essstörungen zuzugeben kostet viel Überwindung. Ein A4-Protokoll dann im öffentlichen Raum auszufüllen – undenkbar“, sagt Ekaterina Karabasheva, die Jourvie 2013 gegründet hat. Das digitale Essprotokoll kann heruntergeladen werden und so mit dem Therapeuten besprochen werden.

Mit Hilfe von Jourvie soll ein aktives und eigenverantwortliches Verhalten gegenüber der Krankheit entstehen, ohne dass sich die Betroffenen dabei ungewollt nach außen hin zeigen müssen. Neben dem Protokoll beinhaltet die App auch Bewältigungs- und Motivationsstrategien, eine Erinnerungsfunktion, ein Archiv und die Möglichkeit die Daten zu exportieren.

Die App Jourvie ist im Google Play Store kostenlos erhältlich.

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