zur Navigation zum Inhalt
© ArtmannWitte / fotolia.com
 
Sportmedizin 25. November 2013

Hobbysportler und Hirndoping

Eine Umfrage unter Hobbysportlern ergab, dass diejenigen, die Doping betreiben, oft auch zu Mitteln für Hirndoping greifen. In der anonymen Umfrage unter knapp 3.000 Hobby-Triathleten wurden erstmals die beiden Kategorien Doping und Hirndoping gleichzeitig abgefragt.

Bei den Dopingmitteln wurde zwischen illegalen Substanzen, wie Kokain oder Heroin, und verbotenen Substanzen zur körperlichen Leistungssteigerung wie anabolen Steroiden, EPO oder Wachstumshormonen unterschieden. Beim Hirndoping wurden illegale Substanzen und Pharmaka zur geistigen Leistungssteigerung erfasst, z.B. illegale Amphetamine, Modafinil oder Ritalin.

Die Studie wurde mit der „Randomized Response Technique“ durchgeführt, die speziell bei heiklen Fragen eine bessere Abschätzung der Dunkelziffern ermöglicht. Demnach wird der Anteil der Sportler, die zu illegalen Substanzen und verbotenen Dopingmitteln gegriffen haben, auf 13 Prozent geschätzt. Die Verbreitung von Hirndoping wird mit 15,1 Prozent veranschlagt.

Der Dopinganteil bei männlichen Athleten lag mit geschätzten 13,7 Prozent höher als bei Frauen mit 8 Prozent. Ein weiterer Befund der Studie ist der Hinweis auf die Korrelation zwischen Doping und Hirndoping, die sowohl bei den legalen als auch bei den illegalen Substanzen zu finden war. Das heißt: Innerhalb der legalen Substanzen geht die Einnahme von Mitteln zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit relativ oft mit der Einnahme von Mitteln zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit einher, ebenso wie bei der Gruppe der illegalen Mittel Doping und Hirndoping korrelieren. Dies deute darauf hin, so die Autoren, dass Athleten die Mittel gar nicht für ein bestimmtes Ziel einsetzen, sondern vielleicht eine gewisse Neigung zur Leistungssteigerung mit Hilfsmitteln haben.

Dietz P et al.: PLoS one 2013; published online 13. November

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben