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© Sven Simon/imago
Gegen ein kühles Bier ist – zumindest HNO-ärztlich – nichts einzuwenden.
 
HNO 12. Oktober 2012

Rauchige Stimme

Dass Rauchen die Stimme ruinieren kann, ist bekannt. Zusätzlicher Alkoholkonsum steigert das Risiko für Erkrankungen des Kehlkopfs um ein Weiteres. Trinken alleine schadet der Stimme aber nicht.

In einer Studie aus Südkorea wurden die Auswirkungen des Rauchens und Trinkens auf den Kehlkopf untersucht.

Von 663 Personen (261 Männer, 402 Frauen) über 65 Jahre, die am Korea National Health and Nutrition Examination Survey teilgenommen hatten, waren 18,2 Prozent Raucher, 55,6 Prozent gaben regelmäßigen Alkoholkonsum an.

Doppeltes Risiko

Erkrankungen des Kehlkopfes wie Stimmlippenknötchen, Laryngitis, Polypen, Zysten, Granulome, ein Reinke-Ödem oder maligne Neoplasmen wiesen gut acht Prozent des gesamten Studienkollektivs auf. Dabei war die Prävalenz unter den Rauchern mit insgesamt 13 Prozent fast doppelt so hoch wie bei den Trinkern mit 6,7 Prozent (Odds ratio 2,18; 95% CI, 1,01–4,67).

Das Risiko einer endoskopisch festgestellten laryngealen Läsion war bei den Rauchern gegenüber Nichtrauchern um den Faktor 2,18 erhöht. Dabei spielte es keine Rolle, wann der Teilnehmer angefangen hatte zu rauchen, wie viel er geraucht hatte oder ob er zwischenzeitlich versucht hatte, aufzuhören.

Jungfräuliches Stimmorgan trotz Alkoholexzessen

Wer dem blauen Dunst ferngeblieben war, hatte dagegen gute Chancen, sein Stimmorgan jungfräulich zu erhalten, auch wenn er dabei über die Maßen dem Alkohol zusprach: Weder extensives regelmäßiges Trinken noch Quartalstrinken hatten für sich genommen Einfluss auf Stimmstörungen oder andere laryngeale Erkrankungen.

Kamen jedoch beide Laster, Trinken und Rauchen, zusammen, stieg das Risiko für laryngeale Pathologien um mehr als das Dreifache gegenüber Abstinenzlern an (Odds ratio 3,29; 95% CI, 1,22–8,88).

Rauchen und Trinken sind oft kombinierte Laster

Rauchen schädigt die Schleimhaut, die die Stimmlippen bedeckt, schreiben die Autoren. Wer langfristig raucht, hat zudem ein eindeutig erhöhtes Risiko für ein Reinke-Ödem.

Die Gefährdung sei größer als bei langfristiger Überbeanspruchung der Stimmbänder. Frühere Studien haben auch ein erhöhtes Krebsrisiko festgestellt, aber nur für die Kombination Rauchen und Trinken, nicht für ein Laster allein.

Das Problem sei, dass viele Menschen beidem gleichzeitig verfallen. Dies sei darauf zurückzuführen, dass beide Süchte über das mesolimbische System gesteuert werden, das für Verstärkung und Belohnung sorgt. Außerdem führen gemeinsame genetische Faktoren dazu, dass man das eine schlecht vom anderen trennen kann.

Quelle: Byeon H et Lee Y.: Laryngeal pathologies in older Korean adults and their association with smoking and alcohol consumption; Laryngoscope 2012, doi: 10.1002/lary.23603

springermedizin.de/CL, Ärzte Woche 41/2012

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