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Hebamme vom Geburtshaus von Anfang an Martina Klasz, Johanna und Ariane von der Initiative Mein Kind will keinen Alkohol
 
Kinder- und Jugendheilkunde 8. September 2012

9. September: Tag des alkoholgeschädigten Kindes

„Mein Kind will keinen Alkohol“ klärt weiter auf – so etwa im „Geburtsthaus von Anfang an“.

Auf Initiative der Organisation FASworld wird seit 1999 jedes Jahr am 9. September in vielen Ländern der Welt der Tag des alkoholgeschädigten Kindes begangen. Dabei wird durch Informationskampagnen u.ä. auf die Situation von Kindern und Jugendlichen aufmerksam gemacht, die mit einer alkoholbedingten Schädigung geboren wurden.

 

Ein wichtiger Punkt der Bemühungen um Aufklärung und Information ist die Warnung vor den oft unterschätzten Gefahren von Alkoholkonsum der werdenden Mutter während einer Schwangerschaft. Auch die österreichische Initiative „Mein Kind will keinen Alkohol!“ nützt dieses Jahr die Tage rund um den 9. September, um erneut auf die Gefahren von Alkohol in der Schwangerschaft aufmerksam zu machen.

Dazu verteilen Vertreter der Initiative eigens produzierte Info-Broschüren in führenden Geburtskliniken und klären vor Ort über die Risiken von Alkohol in der Schwangerschaft auf. Eine Station ist das „Geburtshaus von Anfang an“: Es bietet erst seit kurzem Familien in Wien und Umgebung eine Alternative zwischen Klinikgeburt und Hausgeburt. Werdende Mütter können hier in angenehmer Atmosphäre, von Hebammen begleitet, sicher ihr Baby zur Welt bringen: „Wir haben damit Pionierarbeit geleistet und dürfen einen weiteren Pionier, die Initiative ‚Mein Kind will keinen Alkohol‘ an diesem wichtigen Tag unterstützen,“ betont Martina Klasz vom „Geburtshaus von Anfang an“.
Der Genuss von Bier, Wein, Sekt oder Spirituosen während der Schwangerschaft kann Ursache von angeborener körperlicher und geistiger Behinderung von Kindern sein. Ärzte fassen diese Schäden unter dem Begriff FAS (Fetales Alkohol Syndrom) zusammen. Geistige Behinderungen von Kindern, wie Intelligenzminderung, Verhaltens-, Lern- und Schlafstörung, sind mit die häufigsten Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft.

Keine genaue Zahlen über Betroffene in Österreich

Aber auch körperlich leiden diese Kinder an lebenslangen Folgen, wie Minderwuchs, Fehlbildungen an den Geschlechtsorganen, schmalen Lippen, Hörstörungen, Schlitz- oder Schielaugen, Schluckstörungen und besonders häufig an Herzfehlern. In Deutschland sind allein ca. 10.000 Kinder von FAS betroffen. Genaue Zahlen für Österreich gibt es leider noch nicht. „Aus internationalen Vergleichszahlen wird für Österreich abgeleitet, dass pro Jahr etwa bis zu 150 Kinder mit einem echten FAS zur Welt kommen und etwa 300 Kinder von ‚Alkoholeffekten‘ betroffen sind (Zahlen aus 2007),“ berichtet Prim. Dr. Klaus Vavrik, Facharzt für Kinder- & Jugendheilkunde sowie Präsident Liga für Kinder- & Jugendgesundheit. Er hat die Initiative von Anfang an unterstützt.
Viele Frauen - und auch ihre Partner - sind nicht ausreichend über die Risiken von Alkohol in der Schwangerschaft informiert. Eine aktuelle Studie (Dezember 2011) hat ergeben, dass rund ein Fünftel der österreichischen Frauen während ihrer Schwangerschaft regelmäßig Alkohol genossen haben. Oft werden die Gefahren des Trinkens während der Schwangerschaft verharmlost, gar nicht wahrgenommen oder durch gesellschaftlichen Druck in Kauf genommen. Wie gefährlich Alkohol in der Schwangerschaft ist, erklärt Prim. Dr. Klaus Vavrik: „Die geistige Behinderung von Kindern ist eine der häufigsten Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Alkohol ist für das Kind ein potenzieller Schadstoff, der grundsätzlich vermieden werden soll. Sicher ist, dass jeder Schluck Alkohol bis zum Kinde gelangt: Jedes Glas kann schädlich sein.“

Mein Kind will keinen Alkohol


„Mein Kind will keinen Alkohol“ (von Pernod Ricard Austria ins Leben gerufen), wird auch von bekannten heimischen Müttern, wie Schauspielerin Kristina Sprenger, Ex-Schirennläuferin Michi Dorfmeister, Moderatorin Sandra König, Geigenvirtuosin Lidia Baich oder Steirereck-Chefin und „Gastgeberin des Jahres“ Birgit Reitbauer, unterstützt. „Dabei geht es vor allem um Aufklärung“, erklärt Bernhard Eisheuer, Geschäftsführer von Pernod Ricard Austria. „Wir möchten, dass Alkohol verantwortungsvoll genossen wird, zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge. Während der Schwangerschaft gibt es kein gesichertes Maß, deshalb fordern wir Null Promille zum Schutz des ungeborenen Babys.“

PA massgeschneidert.at, springermedizin.at

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