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Was Lungenkrebs betrifft, sind übergewichtige Raucher im Vorteil.
 
Onkologie 6. Juni 2012

Übergewicht schützt Raucher

Mit zunehmendem Body Mass Index sinkt das Risiko für Bronchialkarzinome. Dieser Effekt beschränkt sich aber offenbar auf Raucher und Exraucher.

Knapp 450 000 Männer und Frauen im Alter zwischen 50 und 71 Jahren wurden über einen Zeitraum von fast zehn Jahren beobachtet. Während dieser Zeit hatten 9.400 Studienteilnehmer Lungenkrebs entwickelt, darunter waren gut 400 Nichtraucher. Übergewichtig waren fast die Hälfte der Männer und ein knappes Drittel der Frauen; als adipös wurde jeweils ein knappes Fünftel eingestuft.

Der inverse Zusammenhang des BMI mit dem Krebsrisiko war bei den Teilnehmern beiderlei Geschlechts signifikant, bei den Frauen war er sogar noch etwas stärker ausgeprägt.

Besonders erstaunlich: Der Effekt beschränkte sich auf Raucher; dazu zählten auch Teilnehmer, die früher geraucht hatten. Bei den (Ex-)Rauchern war es zudem unerheblich, ob und wann sie mit dem Rauchen aufgehört hatten und wie viele Zigaretten sie am Tag konsumiert hatten. Für die Nichtraucher galt das Prinzip „je dicker, desto geringer die Lungenkrebsgefahr“ dagegen nicht.

Betrachtete man das histologische Staging, zeigte sich, dass der Zusammenhang bei Männern nur für Adenokarzinome galt, bei Frauen aber für Adeno- und Plattenepithelkarzinome.

Die Autoren spekulieren, dass die bei Adipositas vermehrt gebildeten Östrogene möglicherweise an Schutzmechanismen beteiligt sein könnten. Hierzu passt, dass im Hinblick auf das Lungenkrebsrisiko vor allem Frauen von einem hohen BMI profitierten.

Smith L et al.: JNCI 2012; doi: 10.1093/jnci/djs179

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