zur Navigation zum Inhalt
 
Hepatologie 6. März 2012

Riskantes Suchtverhalten

MedUni Wien beteiligt sich an europäischer Studie über Prävention von Hepatitis C bei Frauen.

In industrialisierten Ländern wird Hepatitis C häufig beim intravenösen Drogenkonsum übertragen, wenn dabei das Spritzbesteck von mehreren Personen verwendet wird. Im Rahmen der EU-geförderten REDUCE-Studie sollen Möglichkeiten erarbeitet werden, wie Infektionen von suchtkranken Frauen reduziert werden können.

 

In Österreich sind bis zu 73 Prozent der Suchtkranken, die Substanzen intravenös konsumieren, von Hepatitis C betroffen, darunter besonders häufig Frauen. Um dieses Risiko in Zukunft senken zu können, wurde im Dezember 2011 das Projekt REDUCE gestartet (Reducing Hepatitis C Risk Behaviors among Female Drug Users in Eruope).

400 Frauen in fünf Ländern

Europaweit beteiligen sich fünf Länder daran, Spanien, Schottland, Polen, Italien und Österreich. Insgesamt 400 Frauen, die Substanzen wie Kokain, Amphetamine und Heroin konsumieren, werden an REDUCE teilnehmen – jeweils 80 dieser Frauen mit und ohne Hepatitis-C-Infektion aus jedem teilnehmenden Land. Teilnehmen können Frauen, die den Wunsch haben, ihre Suchterkrankung behandeln zu lassen.

Wissenschaftlich wird untersucht, wie durch Interventionen der Wissensstand und das Risikoverhalten verbessert werden können. Dazu werden mit den Frauen vor und nach der Behandlung qualitative und quantitative Interviews geführt und diese miteinander verglichen. Im Fokus dieses Vergleichs stehen die Messung von Risikoverhaltensweisen für eine Hepatitis-C-Infektion und das Wissen hinsichtlich der Übertragbarkeit von Hepatitis C.

Psychologische Behandlung

„Das Projekt REDUCE hat zwei Säulen, auf denen wir aufbauen“, erklärt Manfred Maier von der Abteilung Allgemeinmedizin am Zentrum für Public Health der MedUni Wien: „Einerseits sind das aktuelle Ergebnisse aus der Literatur und andererseits bereits bewährte Maßnahmen zu Vorbeugung. Daraus wollen wir gendersensitive – das heißt im konkreten Fall besonders gut für Frauen geeignete – psychologische Behandlungsmethoden entwickeln und optimiert anwenden.“

Risikoverhalten reduzieren

Inhaltlich bedient sich die Studie psychologischer Maßnahmen wie Psychoedukation und Rückfallprophylaxe sowie dem Training zur Reduktion von Risikoverhaltensweisen, der Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, dem Umgang mit Stimmungsschwankungen, Persönlichkeitseigenschaften und Gewalt in der Partnerschaft.

Denn bereits in der Vergangenheit erwies sich eine solche Vorgangsweise als effektiv, um das Risikoverhalten von mit Hepatitis C Infizierten zu verbessern.

Unterlagen für Fachleute

Das Projekt wird zwei Jahre dauern. Nach Projektende sollen die gewonnenen Erkenntnisse Fachleuten, die mit Sucht und Hepatits C befasst sind, als kostenlose Unterlagen zur Verfügung stehen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben