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Alkohol und Tabak: Medizinische und soziologische Aspekte von Gebrauch, Missbrauch und Abhängigkeit
Lesch, O.-M.; Walter, H.
311 Seiten, € 69,95
Springer Wien, 2009
ISBN 9783211486245
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Ab Oktober 2010
auch auf englisch erhältlich unter dem Titel:
Alcohol and Tobacco: Medical and Sociological Aspects of Use, Abuse and Addiction
Lesch, O.-M. et al.;
354 Seiten, € 74,85,
Springer Wien, 2011
ISBN 9783709101452
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Allgemeinmedizin 19. Oktober 2010

Studenten, Alkohol und Tabak

Jeder Vierte raucht, jeder Fünfte trinkt zu viel.

Suchtexperte Prof. Dr. Otto-Michael Lesch sieht den gesundheitlichen Nutzen des Nichtraucherschutzes bestätigt. Alkohol werde in Österreich aber immer noch verharmlost.

 

Studentenheimen wird gelegentlich nachgesagt, dass sie eine Umgebung bieten, in der Jugendliche leichter zu Zigaretten und Alkohol greifen. Dass dem nicht so ist, zeigt eine aktuelle österreichische Studie. Die letzte repräsentative österreichische Untersuchung zum Thema Alkohol und Tabak wurde im Jahr 2002 mit stellungspflichtigen 18-Jährigen durchgeführt. Damals rauchte jeder Zweite. Jeder Fünfte war tabakabhängig, jeder Dritte betrieb Alkoholmissbrauch.

Temperament und Sucht

Nun ließ die Studentenheim-Trägerorganisation ÖJAB (Österreichische Jungarbeiterbewegung) den Konsum von Alkohol und Tabak in ÖJAB-Studentenheimen in Österreich erforschen. In einer anonymen Erhebung gaben knapp 1.400 Bewohnerinnen und Bewohner (46 %) per Fragebogen Auskunft. Prof. Dr. Otto-Michael Lesch, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Suchtmedizin, führte die Untersuchung mit den jungen Forschern Giselle Dworschak und Dr. Matthias Unseld (MedUni Wien) durch. Die Studie berücksichtigte neben suchtmittelbezogenen Auskünften und sozialen Faktoren auch Verhaltensstile (Temperamente nach Akiskal).

Rund 90 Prozent der Befragten gaben an, Alkohol zu konsumieren (davon 1,3 % täglich, 26,1 % mehrmals wöchentlich). Fast ein Viertel von ihnen (21,8 % aller Befragten) sind nach dem CAGE-Score als abhängig einzustufen. 23 Prozent der Befragten rauchen. 1,8 Pozent haben im Heim damit begonnen. Nach HSI-Score sind zwei Drittel von ihnen stark nikotinabhängig, ein Drittel leicht abhängig. Heute rauchen also weniger Studenten, aber der Anteil der stark Abhängigen ist gestiegen. Im Schweregrad des Rauchverhaltens gibt es keinen Unterschied zwischen Neueingetretenen und Studenten, die schon mehrere Jahre im Heim wohnen. Cannabis hat rund ein Drittel der Befragen probiert. 2,3 Prozent konsumieren es regelmäßig. Die Auswertung nach Verhaltensstilen zeigt, dass Personen mit cyclothymem (launisch, impulsiv, risikoreich) oder irritablem (grüblerisch, übellaunig, überkritisch) Temperament anfälliger für übermäßigen Alkohol- und Tabakkonsum sind, im Gegensatz zu Personen mit depressivem (lethargisch, schwermütig, selbstzweiflerisch), hyperthymem (selbstbewusst, erfolgreich, unternehmerisch, risikoreich) oder ängstlichem (ängstlich, sorgenvoll) Temperament.

Mag. Patricia Herzberger, Ärzte Woche 42 /2010

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