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Foto: wikipedia
Strafverfolgung allein trug nicht zur Lösung des Drogenproblems bei.
 
Allgemeinmedizin 9. Februar 2010

Mehr Drogentote bei Repression

Der Zusammenhang zwischen polizeilichen Maßnahmen gegen Heroinkonsumenten, der Verfügbarkeit von Methadon- und Heroinbehandlungen und der Anzahl Drogentoter wurde in einer Schweizer Studie untersucht.

Die Forscher der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich betrachteten den Zeitraum von 1975 bis 2007. Die Anzahl der Drogentoten lag 1975 bei 35 Fällen, stieg dann stark an und erreichte 1992 mit 419 Drogentoten ihren Höhepunkt. Seit 1998 schwankt diese Zahl nun um jährlich ca. 190 Fälle. Sie stellten fest, dass die polizeiliche Repression gegen Heroinkonsumenten in den 90er-Jahren doppelt so intensiv war wie in der Zeit davor und danach. Zu der Zeit war auch die Anzahl der Drogentoten – unter Berücksichtigung der Anzahl Heroinabhängiger – um 30 Prozent höher. Das Behandlungsangebot mit Methadon und Heroin führte hingegen dazu, dass die Drogenmortalität auf ein Viertel sank.

Quelle: Nordt, C. und Stohler, R.: Drug and Alcohol Review 2010; doi: 10.1111/j.1465-3362.2009.00167.x

Uni Zürich/PH, Ärzte Woche 6 /2010

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