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Mag. Wolfgang Sobotka
 
Standpunkte 6. Oktober 2014

Heute schon an morgen denken

„Der Notarzt wird entlastet und steht für wirklich lebensbedrohliche Einsätze zur Verfügung.“

Wir haben ein gut aufeinander abgestimmtes und hochwertiges Notfallsystem. Jedes Rad greift ineinander: vom Notruf 144, über eine Vielzahl gut ausgebildeter Einsatzkräfte und Notärzte in den Rettungsorganisationen, bis hin zu den Fachkräften in den Landeskliniken. Trotzdem müssen wir uns heute auf Herausforderungen, wie auf einen drohenden Ärzte- und Fachkräftemangel oder eine alternde Gesellschaft, optimal vorbereiten. Mit der Zielsteuerung Gesundheit machen wir das bestehende System für die Zukunft fit.

Der „Paramedic“ ist ein speziell ausgebildeter Notfallexperte und Bindeglied zwischen dem Rettungs-Sanitäter und dem Notarzt. International gesehen sind es Sanitäter, die die präklinische Versorgung von Notfallpatienten sichern. Sie haben zumeist eine Bachelorausbildung und können Infusionen anlegen, Medikamente geben oder intubieren. Erfahrungen in Ländern wie Schweden, Großbritannien oder Finnland zeigen, dass sich dieses System in der Praxis bewährt hat. In den USA wird beispielsweise jeder dieser Einsätze durch einen Notfallmediziner begleitet (z. B. Telemedizin, Nachanalysen).

Viele Experten sind der Meinung, dass nur bei einem geringen Teil der Einsätze ein Notarzt benötigt wird. Eine größere Anzahl qualifizierter, speziell auf Notfallsituationen ausgebildeter „Paramedics“ könnte regionaler eingesetzt werden und wäre rascher vor Ort als der Notarzt. Der wird dadurch entlastet und steht für wirklich lebensbedrohliche Einsätze zur Verfügung.

Mit der Enquete an der FH St. Pölten sollen Best-Practice-Beispiele gesichtet und ein Erfahrungsaustausch soll auch auf Bundesebene initiiert werden. Es ist klar, dass Modelle aus anderen Nationen nicht eins zu eins auf Österreich übertragbar sind. Wir müssen eigene Wege gehen, um die Vorteile der verschiedenen Systeme in der flächendeckenden Versorgung zu nutzen. Dafür bedarf es der Mitarbeit aller Vertreter im Gesundheitswesen. Denn wir benötigen gemeinsam eine Strategie, um auch in Zukunft eine höchst qualitative Notfallversorgung unserer Patienten zu sichern.

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