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© Manfred Baumann
Dr. Piero Lercher Leiter des Referats für Umweltmedizin der Wiener Ärztekammer
 
Standpunkte 7. Jänner 2013

Zurück zur Vernunft

Beim Urteil in Italien handelt es sich um ein unanfechtbares Höchstgerichtsurteil, basierend auf unabhängigen Studienergebnissen und Expertisen, die von vom Gericht beauftragten Gutachtern erstellt wurden. Es ist äußerst bedenklich, wenn in Gesundheitsfragen ärztliche Ratschläge und Empfehlungen lange Zeit ignoriert werden und Handlungsbedarf erst durch Gerichtsurteile geweckt werden muss.

Da Mobilfunk ein Massenphänomen geworden ist, muss das Nutzungsverhalten intellektueller werden. Wir kommen nicht umhin, den Umgang mit Mobilfunktechnologien neu zu überdenken, ihn umsichtiger und reduzierter zu gestalten und uns und insbesondere unseren Kindern handyfreie Perioden und Zonen zu ermöglichen. Kürzer zu telefonieren bzw. bei längeren Telefonaten auf Freisprecheinrichtungen oder auf das kabelgebundene Festnetz zurückzugreifen, sind für jedermann leicht durchführbare Nutzungsvarianten. Ebenso kann man das Wesentliche „kurz und prägnant“ per SMS kommunizieren. Eine besondere Entspannung in unserer von Alltagshektik geprägten Welt stellen handyfreie Phasen dar. Wer es einmal ausprobiert hat, weiß, wovon ich spreche. So kann man auch handyfreie Zonen etablieren und speziell kennzeichnen. Dies ist eine Idee, die auch im Tourismus neue Akzente setzen kann. Hinsichtlich des Nutzungsverhaltens soll primär auf Vernunft und Aufklärung gesetzt werden. Bei den indirekten Folgen der Handynutzung, wie beispielsweise der Gefährdung der Verkehrssicherheit, hat der Gesetzgeber mittlerweile Bestrafungsbedarf entdeckt.

Panikmache ist nicht angebracht, aber ein sorgsamer und vernünftiger Umgang mit dieser Technologie. Mobilfunk ist ein praktisches Kommunikations- und Informationstool und auch ein Alarmierungssystem in Notfallsituationen. Faktum ist, dass wir alle an einem globalen Feldversuch teilnehmen, dessen Resultate erst in ca. 25 Jahren zu erwarten sind. Mobilfunkgegner und -befürworter sollten gemeinsam konstruktive Vorschläge für eine sichere Nutzung entwickeln, anstatt sich zu bekriegen.

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