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© IV/Markus Prantl
Mag. Christoph Neumayer Generalsekretär der Vereinigung der Österreichischen Industrie
 
Standpunkte 12. November 2012

Freizeitunfälle: negativer Trend

Der aktuelle Fehlzeitenreport des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger zeigt für das Jahr 2011 einen Anstieg bei Kurzkrankenständen und Fehlzeiten infolge von Freizeitunfällen. Waren Österreichs Arbeitnehmer im Jahr 2010 noch durchschnittlich 12,9 Tage im Krankenstand, sind es im Jahr 2011 bereits 13,2 Tage gewesen. Besonders deutlich fällt der Anstieg bei Kurzkrankenständen aus. Diese kletterten von 358 Fällen je 1.000 Versicherten im Jahr 2008 auf 436 Fälle im Jahr 2011. Rückläufig sind hingegen die Fehlzeiten aufgrund von Arbeitsunfällen. Die Zahl der Arbeitsunfälle konnte seit dem, Jahr 1990 um knapp 40 Prozent verringert werden. Diese erfreuliche Entwicklung zeigt, dass die Unternehmen erfolgreich in die Arbeitssicherheit und in entsprechende Schutzmaßnahmen investiert haben und investieren. Die Mittel für die Unfallversicherungsanstalt AUVA werden ausschließlich durch Dienstgeberbeiträge aufgebracht. Der Dienstgeberbeitrag ist mit 1,4 Prozent trotz rückläufiger Unfallzahlen jedoch genauso hoch wie 1990 und wäre aus Gründen der Kostenwahrheit entsprechend zu senken. Im Gegensatz zu den rückläufigen Arbeitsunfällen ist der zu beobachtende Anstieg bei den Freizeitunfällen weniger erfreulich. Immer mehr Krankenstandstage ergeben sich durch Unfälle der Mitarbeiter, in deren Freizeit, die daraus entstehende Kostenbelastung für die Unternehmen ist, erheblich. Eine entsprechende Neuregelung der Entgeltfortzahlung bei Krankenständen aufgrund von Freizeitunfällen ist aus unserer Sicht längst überfällig.

Eine Schieflage ergibt sich auch durch das „Alles-oder Nichts-Prinzip“ bei Krankschreibungen. Aus Sicht der Industrie sollte bei Krankenständen zukünftig verstärkt auf die konkrete Beschäftigung des Arbeitnehmers geachtet werden. Je nach Arbeitsplatz ergeben sich unterschiedliche Anforderungen. Bei der Beurteilung der Notwendigkeit und Länge eines Krankenstandes könnte etwa verstärkt auf das bereits vorhandene Know-how der Arbeitsmediziner zurückgegriffen werden.

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