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Dr. Johannes Koinig Stellvertretender Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark, Versorgungsplanung und Qualitätsarbeit
 
Standpunkte 5. November 2012

Der Prozess ist das Ziel

In das Schlaganfallprojekt des Gesundheitsfonds Steiermark waren alle an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen und Institutionen eingebunden. Ohne die große ideelle und fachliche Unterstützung dieser Menschen wäre dieses Projekt nicht durchführbar gewesen. Die Besonderheit des steirischen Schlaganfallprojekts liegt in der ganzheitlichen Betrachtung des Versorgungsprozesses und dessen Analyse aus Routinedaten. Hierbei konnte man auf Erfahrungen aus Oberösterreich zurückgreifen.

Ausgehend von einer profunden IST-Analyse und dem darin aufgezeigten Versorgungsbild reichte anfänglich allein die Darstellung des vorhandenen Verbesserungspotenzials aus, um erste und schnelle Verhaltensänderungen einzuleiten. So stieg bereits während der ersten Projektphase bis hin zum Start der Pilotphase die Lyse-Rate an allen neurologischen Abteilungen deutlich bis signifikant.

Im Rahmen des steirischen Schlaganfallprojekts wurde besonderes Augenmerk auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Schlaganfallversorgung gelegt. Es zeigte sich, dass zum Teil signifikante Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Diagnostik, Therapie, Zugang zur Rehabilitation sowie Outcome bestehen. So wurden Frauen seltener als Männer einer Stroke Unit zugewiesen und erhielten auch seltener eine Lyse-Therapie. Zur Darstellung der gesamten Versorgungskette einer Schlaganfallpatientin/eines Schlaganfallpatienten gelang es, Routinedaten aus allen Versorgungsbereichen miteinander zu verknüpfen. Spezifische und speziell geschlechterbezogene Daten der Zusatzdokumentation aus dem Datawarehouse wurden hingegen nicht ausreichend dokumentiert.

Es ist wichtig, die Bevölkerung und alle am Versorgungsprozess beteiligten Health Professionals über geschlechterspezifische Risiken und Symptome aufzuklären und zu sensibilisieren. Informationskampagnen sollten zielgruppengerecht und multimedial erfolgen, denn das schnelle und richtige Erkennen eines Schlaganfalls ermöglicht den rechtzeitigen Kontakt zu adäquaten Gesundheitseinrichtungen.

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